Burgenführer
Burgruine · Ebern · Bayern

Burg Rotenhan

Felsenburgruine bei Ebern im Baunachtal, Stammsitz der Herren von Rotenhan, im frühen 14. Jahrhundert geschleift.

50.1147° N · 10.7923° E
Burg Rotenhan
Burg RotenhanFoto: ermell · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine3geringe Reste
Erste Erwähnung
12321
Denkmalstatus
Baudenkmal (D-6-74-130-127)3
Ort
Ebern1
Bundesland
Bayern
Inhalt 11 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: eine Felsenburg über der Fernstraße
  3. Umbau und Schleifung
  4. Chronik
  5. Architektur und Aufbau
  6. Besonderheiten
  7. Heutiger Zustand
  8. Besichtigung und Anreise
  9. Umgebung und weitere Ziele
  10. Lage und Karte
  11. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20264 Quellen

Burg Rotenhan war der Stammsitz der Herren von Rotenhan am Hang des Baunachtals bei Ebern im Landkreis Haßberge. Gebaut wurde sie auf großen Sandsteinblöcken, Zugang, Türen, Treppen und eine Zisterne sind direkt aus dem Fels gehauen.1, 2 Nach der Zerstörung im frühen 14. Jahrhundert blieb vor allem der bearbeitete Fels zurück. Das Landesamt für Denkmalpflege führt die Ruine als Baudenkmal, das Landesamt für Umwelt als Geotop.2, 3

Geschichte

Entstehung: eine Felsenburg über der Fernstraße

Die Bauzeit geben die Fachstellen unterschiedlich an. Joachim Zeune setzt im Portal "Burgen in Bayern" den Bau wohl um 1170/80 an, Bauherr war nach ihm ein edelfreies Geschlecht.1 Das Landesamt für Umwelt spricht vom Ende des 12. Jahrhunderts und setzt die Anlage des unteren Burgteils um 1200 an. Auch die Denkmalliste datiert die Felsenburg um 1200.2, 3

Die Burg lag hoch über der Fernstraße, die von Bamberg durch das Baunachtal nach Fulda führte. Zum ersten Mal erscheint sie 1232, als Burg mit Kirche. Die Herren von Rotenhan sind nach Zeune ab 1229 gesichert belegt. Sie waren reich begütert und hatten am Bistum Bamberg das Hofamt der Schenken inne.1

Umbau und Schleifung

Ein Spitzbogenportal im Fels deutet nach Zeune auf eine Umbauphase wohl um 1300 hin.1

Nach Zeune wollte das Bistum Würzburg seinen Besitz in den Haßbergen abrunden, die nach Bamberg ausgerichteten Rotenhan standen dem im Weg. 1323/24 warf Bischof Wolfram von Würzburg ihnen Totschlag von Untertanen und Falschmünzerei vor. König Ludwig IV. gab der Klage statt, die Zeune als fingiert bezeichnet. Er ließ die Burg schleifen und untersagte ihren Wiederaufbau.1 Das Landesamt für Umwelt und die Denkmalliste nennen für die Zerstörung das Jahr 1323.2, 3

Neuer Stammsitz wurde die Burg Eyrichshof im Tal. Für ihren Ausbau verwendete man Steine der geschleiften Burg Rotenhan.1, 2

Chronik

1232 - 2012
  1. 1232ErsterwähnungErste Nennung als Burg mit Kirche1
  2. um 1300UmbauUmbauphase, auf die wohl ein in den Fels gehauenes Spitzbogenportal verweist1
  3. 1323-1324ZerstörungAuf Anordnung König Ludwigs IV. geschleift, Wiederaufbau verboten1
  4. 1996NutzungsänderungAufnahme in den Burgenkundlichen Lehrpfad Haßberge1
  5. 2012NutzungsänderungNeue Erschließung durch den Deutschen Burgenwinkel1

Besitz und Herrschaft

  • 1323Herren von Rotenhan1, 2Stammsitz des Geschlechts, zur Zeit der Zerstörung belegt

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Als Bauplatz dienten drei mächtige Blöcke aus Rhätsandstein, Zeune spricht von einer echten Felsenburg. Die beiden Tore lagen im westlichen, zweigeteilten Felsen. Rechts führte eine flach gedeckte Durchfahrt für Karren in die Burg. Links war eine erhöhte Pforte für Fußgänger ganz in den Stein gehauen, ein balkengedeckter Gang führte von ihr in den Hof.1

Nach Osten schließt ein großer Fels den engen Burghof ab. Auf ihm standen der quadratische Bergfried und ein Palas mit vieleckigem Grundriss. Auf dem nördlichen Felsen stand ein kleiner vieleckiger Turm. Etwa in halber Höhe ist eine flaschenförmige Tankzisterne in diesen Felsen eingetieft.1

Zwei Eingänge, einer davon spitzbogig, führten auf eine Treppe, die ebenfalls aus dem Stein geschlagen ist. Sie lief über den Durchgang, bei dem Zeune die Kapelle vermutet. Rinnen in der Felswand leiten das Wasser zum Burgbrunnen, der einst mindestens 10 Meter tief war. Bergseitig schützten zwei Gräben die Burg, talseitig lag die Vorburg, ebenfalls mit Graben.1

Besonderheiten

  • Gestein: Die Blöcke gehören nach dem Landesamt für Umwelt zu den Rhät-Lias-Übergangsschichten, einem Quarzsandstein mittlerer bis grober Körnung. Er lässt sich leicht bearbeiten, wie Werkzeugspuren zeigen, ist aber zugleich standfest und verwitterungsbeständig.2
  • Abgerutschte Felsen: Weil toniger Untergrund bei Nässe sehr rutschig wird, können gelöste Sandsteinkörper hangabwärts gleiten. Das ist nach dem Landesamt für Umwelt vermutlich auch mit den Blöcken von Rotenhan geschehen, lange vor dem Burgbau.2
  • Lehrpfad: 1996 wurde Rotenhan Teil des Burgenkundlichen Lehrpfads Haßberge. 2004 wurde die Ruine verformungsgerecht aufgemessen, 2012 durch den Deutschen Burgenwinkel neu erschlossen.1

Heutiger Zustand

Nach der Schleifung wurde die Burg zusätzlich abgebrochen. Nach Zeune stehen nur wenige Werksteine noch an ihrem ursprünglichen Platz, weitere liegen im Burgareal verstreut.1 Das Landesamt für Umwelt betont, dass kein Mauerwerk blieb, sondern das bearbeitete Felsfundament mit seinen in den Stein geschlagenen Strukturen.2

Besuch

Besichtigung und Anreise

Nach dem Hinweis des Landesamts für Umwelt geschieht das Betreten des Geländes auf eigene Gefahr, der Besitzer haftet nicht. Steinblöcke und Bewuchs sollen nicht verändert oder beschädigt werden.2

Die Anfahrtsbeschreibung des Landesamts führt über die B279 an Ebern vorbei nach Eyrichshof. Dort geht es links in die Kurzewinderstraße und weiter Richtung Rotenhan. Nach einem Kilometer folgt der Parkplatz an der Ruine.1, 2

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 20 Kilometer Luftlinie nördlich liegt die Veste Heldburg. Etwa 21 Kilometer Luftlinie nordöstlich erhebt sich die Veste Coburg, rund 27 Kilometer südlich steht die Altenburg in Bamberg.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Haßberge, das ganze Land die Seite Bayern.

Lage und Karte

50.1147° N · 10.7923° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burgruine Rothenhan Ebern-Eyrichshof (Text Joachim Zeune)Haus der Bayerischen Geschichte, Burgen in Bayern, abgerufen am 17.10.2026
  2. Burggruine Rotenhan (Bayerns schönste Geotope Nr. 44)Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 17.10.2026
  3. Bayerischer Denkmal-Atlas, Einzeldenkmal D-6-74-130-127 (Burg Rotenhan)Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 17.10.2026
  4. Ruine Rotenhan (Kartenobjekt node/309323303)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 17.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: ermell · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

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