Burgenführer
Burgruine · Wittstock/Dosse · Brandenburg

Bischofsburg Wittstock

Ehemalige Residenz der Havelberger Bischöfe in Wittstock/Dosse, heute mit 32 Meter hohem Torturm und Museum des Dreißigjährigen Krieges.

53.1592° N · 12.4859° E
Bischofsburg Wittstock
Bischofsburg WittstockFoto: Fridolin freudenfett · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Di-Do 10-16 Uhr, Fr 10-14 Uhr, Sa und So 12-16 Uhr (gültig ab 1. Januar 2026)An allen Feiertagen 11-16.30 Uhr, auch wenn sie auf einen Montag fallenGeschlossen montags sowie 24.-26.12. und 31.12.-1.1.Eintritt: Erwachsene 4,50 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1, 5Ruine
Erste Erwähnung
12485
Gründung
um 12505
Ort
Wittstock/Dosse2, 5
Bundesland
Brandenburg
Betreiber
Kreismuseen Alte Bischofsburg (Landkreis Ostprignitz-Ruppin)1, 6, 7, 8
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich2
Öffnungszeiten
Di-Do 10-16 Uhr, Fr 10-14 Uhr, Sa und So 12-16 Uhr (gültig ab 1. Januar 2026)2, 7Alle Angaben
Eintritt
Erwachsene 4,50 €2Alle Angaben
Koordinaten
53.1592, 12.4859
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: der Sitz der Havelberger Bischöfe
  3. Ausbau unter Bischof Johann Wöpelitz
  4. Reformation und Amtssitz
  5. Verfall und Abbruch
  6. Museen in der Burg
  7. Chronik
  8. Architektur und Aufbau
  9. Besonderheiten
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Anreise
  13. Umgebung und weitere Ziele
  14. Lage und Karte
  15. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20269 Quellen

Die Alte Bischofsburg in Wittstock/Dosse war vom 13. bis ins 16. Jahrhundert die bevorzugte Residenz der Bischöfe von Havelberg. Sie liegt im Süden der Stadt, am Zusammenfluss von Glinze und Dosse.1, 5 Von der Anlage stehen heute vor allem der 32 Meter hohe Torturm und Teile der Ringmauern. Im Turm zeigt das Museum des Dreißigjährigen Krieges seine Ausstellung auf sieben Ebenen. Auf dem Burgareal befindet sich außerdem das Ostprignitzmuseum. Beide gehören zu den Museen des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.1, 3, 6

Geschichte

Entstehung: der Sitz der Havelberger Bischöfe

Bei der Gründung des Bistums Havelberg 946 schenkte König Otto I. dem Bistum unter anderem den Ort Wizoka, das spätere Wittstock. Als Aufenthaltsort der Bischöfe ist Wittstock 1248 erstmals bezeugt. In ihrer heutigen Form entstand die Burg nach dem Handbuch der Residenzenforschung in der Mitte des 13. Jahrhunderts.5

Nach Angaben der Kreismuseen verlegten die Havelberger Bischöfe ihre Residenz schon 1271 nach Wittstock und bauten die Burg zu einer gesicherten Anlage aus. Das Handbuch nennt die 1270er-Jahre als Beginn der Zeit, in der Wittstock die bevorzugte bischöfliche Residenz war.1, 5

Ausbau unter Bischof Johann Wöpelitz

Die Burg bestand aus zwei Teilen. Im Süden lag die Kernburg, Oberburg genannt, nördlich davor die Unterburg. In der Unterburg standen Wirtschaftsgebäude, seit dem 16. Jahrhundert diente sie als Sitz des Amtes.5

Bauarbeiten sind vor allem unter Bischof Johann Wöpelitz (1385-1401) belegt. Wahrscheinlich gegen Ende des 14. Jahrhunderts entstand im Nordflügel der Oberburg das sogenannte Neue Gebäude. Die Burgkapelle wurde nach einer überlieferten Inschrift 1389 unter Wöpelitz errichtet. Anders als die übrigen Bauten bestand sie aus Sandsteinquadern.5

Die Kreismuseen beschreiben die kleine Kapelle als wegen ihrer Gestaltung gerühmt. Für Trauungen wurde sie nach ihren Angaben bis zum Ende des 17. Jahrhunderts genutzt.1

Reformation und Amtssitz

1548 starb Busso von Alvensleben auf der Burg, der letzte katholische Bischof. Mit seinem Tod hielt nach Darstellung der Kreismuseen die Reformation auch im Nordwesten der Mark Einzug.1, 5

1571 wurde das bischöfliche Territorium vollständig mit Kurbrandenburg vereinigt. Die Burg diente danach als Amtssitz, ihre Residenzbauten verfielen.5

Verfall und Abbruch

Im 17. Jahrhundert verfiel die Burg.5 Ein Sturm im Winter 1703/04 brachte nach Angaben der Kreismuseen die noch erhaltenen tragenden Wände zum Einsturz.1 Als letzte Teile der bischöflichen Wohnbauten gingen im 18. Jahrhundert die Mauern von Jägersaal und Kapelle verloren.5

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden alle oberirdischen Teile abgetragen, nur Reste der Burgmauern blieben stehen.1 Den Grundriss der bischöflichen Wohnbauten auf der Oberburg kennt man aus Grabungen am Ende des 19. Jahrhunderts.5

Museen in der Burg

Die Wittstocker Museumstradition reicht bis 1879 zurück, die Sammlungen dieser Zeit sind jedoch verloren. Nach dem Krieg arbeitete ab 1955 wieder ein kleines Museum. 1957 erhielt es als Kreisheimatmuseum Räume im Burgturm.4

Ein europäisch gefördertes Projekt veränderte die Anlage 1995 bis 1998 grundlegend. Seitdem hat das Museum des Dreißigjährigen Krieges seinen Platz im Torturm.1

Dessen Ausstellung wurde 2012 bis 2015 neu gestaltet. Sie führt von den Ursachen des Krieges über den Alltag der Bevölkerung, das Leben der Soldaten und die Waffentechnik bis zum Frieden von 1648. Unter den großen Schlachten hebt sie die von Wittstock 1636 hervor.3

Die bisherige Ausstellung des Ostprignitzmuseums begann nach Angaben der Kreismuseen mit der bischöflichen Zeit und reichte bis ins 20. Jahrhundert. Am 6. Oktober 2026 sollte dort die neue regionalgeschichtliche Dauerausstellung "Mit großen Schritten durch die ZEIT" eröffnet werden.3, 4

Chronik

946 - 2015
  1. 946BesitzwechselKönig Otto I. schenkt den Ort Wizoka dem neu gegründeten Bistum Havelberg5
  2. 1248ErsterwähnungWittstock erstmals als Aufenthaltsort der Havelberger Bischöfe bezeugt5
  3. um 1250GründungEntstehung der Burg in ihrer heutigen Form5
  4. 1271NutzungsänderungDie Havelberger Bischöfe verlegen ihre Residenz nach Wittstock1
  5. 2. Hälfte 14. JahrhundertUmbauBau des Neuen Gebäudes im Nordflügel der Oberburg, wahrscheinlich gegen Ende des 14. Jahrhunderts5
  6. 1389FertigstellungBau der Burgkapelle unter Bischof Johann Wöpelitz, nach einer überlieferten Inschrift5
  7. 1548NutzungsänderungTod des letzten katholischen Bischofs Busso von Alvensleben auf der Burg1
  8. 1571BesitzwechselDas bischöfliche Territorium wird vollständig mit Kurbrandenburg vereinigt, die Burg dient als Amtssitz5
  9. 1703-1704ZerstörungEin Sturm im Winter bringt die noch erhaltenen tragenden Wände zum Einsturz1
  10. um 1850ZerstörungAbtragung aller oberirdischen Teile bis auf Reste der Burgmauern1
  11. 1957NutzungsänderungDas Kreisheimatmuseum Wittstock zieht in den Turm der Burg4
  12. 1995-1998RestaurierungUmgestaltung als europäisches Förderprojekt, Einrichtung des Museums des Dreißigjährigen Krieges im Torturm1
  13. 2012-2015NutzungsänderungNeugestaltung der Ausstellung des Museums des Dreißigjährigen Krieges3

Besitz und Herrschaft

  • 946-1571Bistum Havelberg5Landesherr, Burg seit dem 13. Jahrhundert Residenz der Bischöfe
  • 1571Kurbrandenburg5Landesherrschaft, Burg als Amtssitz

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Erhalten sind die zum Teil ergänzten Ringmauern, Reste eines Rundturms und der Torturm, der zwischen Ober- und Unterburg steht.5 Der Turm ist 32 Meter hoch. Die Kreismuseen bezeichnen ihn als letzten vollständig erhaltenen Zeugen der alten Burganlage.1 Das Landesportal Reiseland Brandenburg nennt ihn Amtsturm.6

Besonderheiten

  • Originalstücke im Turm: Gezeigt werden unter anderem Jacques Callots Bildfolge "Schrecken und Jammer des Krieges" und die erste illustrierte Gesamtausgabe des "Abenteuerlichen Simplicissimus".3
  • Frieden von Wittstock: Thema der bisherigen Ausstellung des Ostprignitzmuseums war nach Angaben der Kreismuseen auch der Frieden von Wittstock von 1442 zu den Grenzstreitigkeiten zwischen Mecklenburgern und Brandenburgern.4
  • Drei Sprachen: Ist keine Führung möglich, stehen Akustikguides auf Deutsch, Englisch und Schwedisch bereit.3
Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich2
Öffnungszeiten
Di-Do 10-16 Uhr, Fr 10-14 Uhr, Sa und So 12-16 Uhr (gültig ab 1. Januar 2026)
An allen Feiertagen 11-16.30 Uhr, auch wenn sie auf einen Montag fallen
Geschlossen montags sowie 24.-26.12. und 31.12.-1.1.2, 7
Eintritt
Erwachsene 4,50 €
Ermäßigt (u. a. Auszubildende, Studierende, Schwerbeschädigte, mit Nachweis) 3 €
Kinder ab 4 Jahren und Schüler 1 €
Familie bzw. Kleingruppe bis 6 Personen (max. 2 Erwachsene) 8 €
Audioguide 2 €
Sonderausstellungen ohne gesonderten Eintritt2
Führungen
Für Gruppen ab 8 Personen, mindestens 1 Stunde: erste Stunde 6,50 € je Erwachsenem (ermäßigt 4,50 €, Kinder und Schüler 2 €), jede weitere Stunde 2 € (ermäßigt 1,50 €, Kinder und Schüler 1 €).2
Bus und Bahn
Bahnhof Wittstock an der Linie RE 6 Berlin-Wittenberge, von dort etwa 5 Minuten zu Fuß.2

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Die Museen haben dienstags bis sonntags geöffnet, montags bleiben sie geschlossen. An Feiertagen ist auch montags geöffnet, über Weihnachten und Neujahr ist geschlossen. Gruppen ab acht Personen können eine Führung von mindestens einer Stunde erhalten.2

Nach Angaben des Landesportals Reiseland Brandenburg (Datenerhebung 2022) erreicht man den Haupteingang am Amtshof nur über eine Treppe. Ein Hintereingang auf der Gebäuderückseite ist über eine Rampe stufenlos zugänglich. Die oberen Ausstellungsebenen im Turm sind nur über Treppen erreichbar.6

Anreise

Wittstock liegt an der Linie RE 6 von Berlin nach Wittenberge. Vom Bahnhof sind es nach Angaben der Kreismuseen etwa fünf Minuten zu Fuß. Mit dem Auto führen die A 24 (Abfahrt Pritzwalk) und die A 19 (Abfahrt Wittstock) nach Wittstock. Die Adresse lautet Amtshof 1-5.2

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 28 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Rheinsberg. Etwa 66 Kilometer Luftlinie sind es bis zur Burg Stargard in Mecklenburg.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, das ganze Land die Seite Brandenburg.

Lage und Karte

53.1592° N · 12.4859° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. BurganlageKreismuseen Alte Bischofsburg Wittstock, abgerufen am 11.10.2026
  2. Anfahrt und PreiseKreismuseen Alte Bischofsburg Wittstock, abgerufen am 11.10.2026
  3. Museum Dreißigjähriger KriegKreismuseen Alte Bischofsburg Wittstock, abgerufen am 11.10.2026
  4. OstprignitzmuseumKreismuseen Alte Bischofsburg Wittstock, abgerufen am 11.10.2026
  5. Michael Scholz: Wittstock, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich (Residenzenforschung 15.I, 2003), S. 637-639Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Residenzen-Kommission, abgerufen am 11.10.2026
  6. Museen Alte Bischofsburg WittstockTMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, abgerufen am 11.10.2026
  7. Museen Alte Bischofsburg Wittstock, StartseiteKreismuseen Alte Bischofsburg Wittstock, abgerufen am 11.10.2026
  8. ImpressumKreismuseen Alte Bischofsburg Wittstock, abgerufen am 11.10.2026
  9. Bischofsburg Wittstock (Kartenobjekt way/215086294)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Fridolin freudenfett · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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