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Burgruine · Altenahr · Rheinland-Pfalz

Burg Are

Burgruine über Altenahr: Burg der Grafen von Are, ab 1246 Sitz eines kurkölnischen Amtes, 1714 gesprengt.

50.5176° N · 6.9953° E
Burg Are
Burg AreFoto: Quartl · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burgruine1Ruine
Erste Erwähnung
11211, 2
Gründung
um 11001
Denkmalstatus
Kulturdenkmal (§ 8 DSchG Rheinland-Pfalz)1
Ort
Altenahr1, 2
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: die Burg der Grafen von Are
  3. Kurkölnisches Amt
  4. Belagerung und Sprengung
  5. Romantik und Sanierung
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Umgebung und weitere Ziele
  11. Lage und Karte
  12. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20264 Quellen

Die Burg Are ist die Ruine einer Burg der Grafen von Are, gelegen auf einem Felsen in der Ahrschleife über Altenahr im Landkreis Ahrweiler. Seit 1246 gehörte sie dem Erzstift Köln, 1714 wurde sie gesprengt.1, 2 Erhalten sind Teile der Vorburg mit der unteren Toranlage, Reste der Wehrmauer, ein Torturm, die Ruine des Palas und Mauerreste der romanischen Kapelle. Die Denkmalbehörde führt die Ruine als Kulturdenkmal.1

Geschichte

Entstehung: die Burg der Grafen von Are

Nach KuLaDig ließ Graf Theoderich I. von Are, auch Dietrich genannt, die Burg um 1100 errichten. Michael Losse vermutet den Bau nach der Zerstörung der älteren Altenburg, die um 1095 untergegangen sein soll. Ein Graf Theoderich von Are erscheint 1105 in einer Urkunde, die Burg selbst 1121.1, 2

Die Grafen von Are gehörten laut Losse zu einem Familienkreis, der sich bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Ihr Herrschaftsgebiet in der Hocheifel und an der Oberahr hatte sein Zentrum zwischen Adenau bzw. der Nürburg und Altenahr. Später spaltete sich das Haus in die Linien Are-Hochstaden, Are-Nürburg und Are-Neuenahr. Ein um 1166 geschlossener, 1202 erneuerter Vertrag hielt die Burg im gemeinsamen Besitz beider Linien. Sie war damit schon früh eine Ganerbenburg.2 Um 1200 kam nach KuLaDig die Burgkapelle hinzu.1

Kurkölnisches Amt

Theoderich IV., der letzte männliche Graf auf der Burg, starb 1246 kinderlos. Noch im selben Jahr schenkte Friedrich, ein geistlicher Onkel des Verstorbenen und Propst in Xanten, die Grafschaften Are und Hochstaden dem Erzbistum Köln.1, 2 Die Grafschaft wurde ein kurkölnisches Amt, die Burg Amtssitz und zeitweise Gefängnis. Viele der Amtmänner wohnten auf der Burg.1, 2

Erzbischof Walram ließ die Anlage 1347 stark befestigen. Werner von Vlatten verpflichtete sich 1426, 600 Gulden in Bauarbeiten an der Burg zu stecken. Im 16. und 17. Jahrhundert folgten nach Losse vor allem Reparaturen und Ersatzbauten für verfallene Gebäude.2 Köln verpfändete die Burg im Lauf der Zeit mehrfach. Pfandnehmer waren im 14. und 16. Jahrhundert unter anderem Angehörige der Ritterfamilie von Gymnich.1

Belagerung und Sprengung

1690 nahmen französische Truppen die Burg nach neun Monaten Belagerung ein.1, 2 1714 ließ Kurfürst Joseph Clemens die Mauern sprengen. KuLaDig begründet das mit Räuberbanden, die sich danach immer wieder in den Ruinen festgesetzt hatten. Nach Losse lag seit 1706 eine kurkölnische Besatzung in der Burg, die das Umland drangsalierte. Der Kurfürst ließ die Burg daraufhin mit Hilfe von Amtsuntertanen erobern und anschließend sprengen. Brauchbares Baumaterial kam beim Neubau des Amtshauses am Fuß des Burgbergs zum Einsatz.1, 2

Romantik und Sanierung

Im 19. Jahrhundert zog die Ruine viele Künstler an. Losse hebt besonders den Maler Karl Friedrich Lessing (1808-1880) hervor. Schon 1833 kamen etwa 4.000 Besucher.2

Zuvor war die Ruine nach Losse durch Schenkung der Erbengemeinschaft Tempel an die Ortsgemeinde Altenahr gekommen. 1997 begann eine aufwendige Sanierung, weil sich Gestein löste und abzustürzen drohte. Die Mauern der Hauptburg wurden mit 65 Ankern von 5 bis 14 Metern Länge gesichert. Das Material brachte ein Hubschrauber, beim Transport verunglückte ein Pilot tödlich. 1999 waren die Arbeiten abgeschlossen, die Ruine war danach wieder öffentlich zugänglich.1, 2

Chronik

1100 - 1999
  1. um 1100GründungBau durch Graf Theoderich I. von Are1
  2. 1121ErsterwähnungErste urkundliche Nennung der Burg1, 2
  3. um 1200UmbauBau der Burgkapelle1
  4. 1246BesitzwechselNach dem Tod des letzten Grafen kommen die Grafschaften Are und Hochstaden an das Erzbistum Köln2
  5. 1347UmbauErzbischof Walram lässt die Burg stark befestigen2
  6. 1426UmbauWerner von Vlatten verpflichtet sich, 600 Gulden an der Burg zu verbauen2
  7. 1690ZerstörungFranzösische Truppen nehmen die Burg nach neun Monaten Belagerung ein1, 2
  8. 1714ZerstörungSprengung auf Befehl des Kurfürsten Joseph Clemens1, 2
  9. 1997-1999RestaurierungSanierung und Sicherung der Ruine, danach wieder öffentlich zugänglich1

Besitz und Herrschaft

  • um 1100-1246Grafen von Are1, 2Erbauer, später Ganerben mehrerer Linien
  • ab 1246Erzstift Köln1, 2Landesherr, Burg als Sitz eines kurkölnischen Amtes, zeitweise verpfändet
  • 2011Ortsgemeinde Altenahr2Eigentümerin, 2011 belegt; vor der Sanierung der 1990er Jahre durch Schenkung der Erbengemeinschaft Tempel erhalten

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Ruine heute

Architektur und Aufbau

Auf der höchsten Kuppe des Burgbergs, künstlich steiler gemacht, stand der Bergfried. Er diente laut Losse schon im 13. Jahrhundert öfter als Gefängnis.2 Von der romanischen Kapelle stehen Teile der Nord- und Westwand mit den Ansätzen des Gewölbes. Bei der Restaurierung Ende der 1990er Jahre erhielten sie neue Stützen.2

Die Vorburg gehört nach KuLaDig zu den am besten erhaltenen Teilen der Anlage. Ihre untere Toranlage am Zugang heißt "Gymnicher Porz", Porz steht hier für Pforte. Hinter dem Tor lagen die Wirtschaftsgebäude, zeitweise auch als eigenes Burglehen mit Häusern der Burgmannen. KuLaDig nimmt an, dass Vorburg und Tor erst in der Zeit der Gymnicher Pfandherrschaft entstanden.1 Innerhalb und am Rand des Berings entstanden weitere Burgmannensitze, etwa der Sitz der Gymnich. Der Sitz Uprath lag außerhalb. Das Burghaus der Gymnich bildete nach Losse eine "Burg in der Burg" und zählt für ihn zu den bemerkenswertesten Burgmannensitzen im Rheinland.2

Besonderheiten

  • Weißes Kreuz: Eine Altenahrer Sage erzählt, der Teufel selbst habe die Burg für Graf Dietrich gebaut. Die Gräfin habe ihn vor der Einweihung mit weißen Kreuzen ferngehalten.3
  • Wahrzeichen: KuLaDig nennt die Ruinen ein Wahrzeichen der romantischen Ahr. Von der Anhöhe aus ist ein großer Teil des Ahrtals zu überblicken.1

Heutiger Zustand

Die Burg Are ist eine gesicherte Ruine. Sichtbar sind die Reste von Vorburg, Wehrmauer, Torturm, Palas und Kapelle.1, 2

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 19 Kilometer Luftlinie südlich liegt die Nürburg, nach der sich eine Linie der Grafen von Are nannte.2 Etwa 22 Kilometer Luftlinie nordnordöstlich steht die Godesburg in Bonn.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Ahrweiler, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.

Lage und Karte

50.5176° N · 6.9953° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burgruine Are bei Altenahr (Patrick Drexler, 2015)LVR, KuLaDig Kultur.Landschaft.Digital, abgerufen am 11.10.2026
  2. Michael Losse: "...kühn geborstne Trümmer". Anmerkungen zur Burg Are in Altenahr und den zugehörigen Burgmannenburgen, Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2011, S. 140 ff.Kreisverwaltung Ahrweiler, abgerufen am 11.10.2026
  3. Hans-Jürgen Jansen: Das weiße Kreuz von Altenahr, Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 2021, S. 252 f.Kreisverwaltung Ahrweiler, abgerufen am 11.10.2026
  4. Burg Are (Kartenobjekt way/233714337)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Quartl · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

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