Burgenführer
Schloss · Bad Hönningen · Rheinland-Pfalz

Schloss Arenfels

Schloss über Bad Hönningen: Burg der Isenburger aus dem 13. Jahrhundert, Renaissanceschloss, Mitte des 19. Jahrhunderts neugotisch umgebaut.

50.5219° N · 7.3072° E
Schloss Arenfels
Schloss ArenfelsFoto: Tohma · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Schloss nur bei Veranstaltungen und bei der Sonntagsführung geöffnet (Stand Saison 2026)Café: 1. April-5. Oktober Mi-So und feiertags 11-18 UhrEintritt: Führung: Erwachsene 9,90 €, Kinder 6-18 Jahre 4,90 €, Kinder unter 6 Jahren frei (Stand Saison 2026). Karten vor der Führung im Café.Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Schloss1, 2vollständig erhalten
Erste Erwähnung
6. August 12591
Gründung
um 12583
Baustil
Neugotik1
Denkmalstatus
Kulturdenkmal (Nachrichtliches Verzeichnis Kreis Neuwied)2
Ort
Bad Hönningen2, 5
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Eigentümer
Privatbesitz1
Betreiber
Feltens Events GmbH1, 4, 7
Besichtigung
nur mit Führung4
Öffnungszeiten
Schloss nur bei Veranstaltungen und bei der Sonntagsführung geöffnet (Stand Saison 2026)4Alle Angaben
Eintritt
Führung: Erwachsene 9,90 €, Kinder 6-18 Jahre 4,90 €, Kinder unter 6 Jahren frei (Stand Saison 2026). Karten vor der Führung im Café.4
Koordinaten
50.5219, 7.30722
Inhalt 16 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: die Burg der Isenburger
  3. Vom Wehrbau zum Renaissanceschloss
  4. Die Herren von der Leyen
  5. Neugotischer Umbau durch Zwirner
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. 20. und 21. Jahrhundert
  9. Besonderheiten
  10. Heutige Nutzung
  11. Auf einen Blick
  12. Besichtigung
  13. Anreise
  14. Umgebung und weitere Ziele
  15. Lage und Karte
  16. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20269 Quellen

Schloss Arenfels steht oberhalb von Bad Hönningen im Landkreis Neuwied auf einem Felsplateau über dem Rhein. Aus der Burg der Herren von Isenburg wurde im 16. Jahrhundert ein Renaissanceschloss, das der Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner Mitte des 19. Jahrhunderts neugotisch umgestaltete.1, 2 Das Schloss ist ein Kulturdenkmal und gehört einem Privateigentümer.1, 2 Heute ist es Veranstaltungsort mit Hotel und Café.1, 6

Geschichte

Entstehung: die Burg der Isenburger

Nach der Darstellung des Schlosses ließ Heinrich II. von Isenburg auf dem Felsen die erste Wehranlage bauen. In einer Bürgschaftserklärung vom 6. August 1259 erscheint sie als "Burg Arenvelz".1 Das Handbuch der Göttinger Residenzen-Kommission datiert den Bau auf um 1258 und nennt die Burg Sitz einer Nebenlinie der Isenburger.3

1371 starb die Linie Isenburg-Arenfels aus, und die Burg fiel an das Kurfürstentum Trier. Trier gab sie danach der Familie von Isenburg-Grenzau zu Lehen.1

Vom Wehrbau zum Renaissanceschloss

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts machte Graf Salentin von Isenburg-Grenzau aus der Burg ein Schloss. Weil die Anlage keine Verteidigungsaufgabe mehr hatte, wurden ihre wehrhaften Teile beseitigt oder verändert. Den Halsgraben schüttete man zu, der alte Bergfried wurde Teil des Mittelflügels. Im Dreißigjährigen Krieg nahmen schwedische Truppen das Schloss ohne große Mühe ein und hielten es besetzt.1

Die Herren von der Leyen

1664 endete der Mannesstamm der Isenburg-Grenzauer. Der Trierer Erzbischof gab das Schloss daraufhin an Kaspar von der Leyen. Nach Angaben des Schlosses bauten die von der Leyen es zu ihrer bevorzugten Sommerresidenz aus und ließen die Wirtschaftsgebäude im Norden der Anlage errichten. Im Niederländisch-Französischen Krieg 1672-1678 hielt der französische Marschall Henri de La Tour d'Auvergne das Schloss besetzt.1

1775 starb Graf Franz Carl von der Leyen. Seine Witwe, eine geborene von Dalberg, verlegte den Familiensitz nach Blieskastel. Danach stand das Schloss nach Custodis leer und verfiel.2

Neugotischer Umbau durch Zwirner

Um 1850 ging die fast unbewohnbare Anlage an Graf Friedrich Ludolf von Westerholt-Gysenberg. Die Schlossseite nennt einen Verkauf 1848, der KuLaDig-Text von Custodis das Jahr 1850.1, 2 Nach Custodis war er durch seine Frau, die Amsterdamer Patriziertochter Johanna Charlé, wohlhabend.2

Ab 1849 ließ der neue Besitzer nach Angaben des Schlosses die Gebäude instand setzen und holte Zwirner als Architekten. Bis 1855 baute dieser die Anlage nach englischen und mittelalterlich-deutschen Vorbildern neugotisch um. Auch die Innenräume gestaltete er neu, die Arbeiten endeten 1858. Statt der geschätzten 30.000 Taler kostete der Umbau 135.000 Taler.1 Custodis datiert den Umbau auf 1850 bis 1858 und beschreibt ihn als weitgehende Veränderung von Außenbau und Innenräumen.2

Der Bauherr selbst sah das Ergebnis zwiespältig. Er bedauerte den Verlust des Renaissanceschlosses und tröstete sich damit, dass "viele Kunst-Banausen das Schloss schön finden".1

Chronik

1258 - 2021
  1. um 1258GründungBau der Burg als Sitz einer Nebenlinie der Herren von Isenburg3
  2. 6. August 1259ErsterwähnungErste Nennung als "Burg Arenvelz" in einer Bürgschaftserklärung1
  3. 1371BesitzwechselDie Linie Isenburg-Arenfels erlischt, die Burg kommt an Kurtrier1
  4. 2. Hälfte 16. JahrhundertUmbauGraf Salentin von Isenburg-Grenzau baut die Burg zum Schloss aus1
  5. 1664BesitzwechselNach dem Aussterben der Isenburg-Grenzauer übergibt der Trierer Erzbischof das Schloss an Kaspar von der Leyen1
  6. 1775NutzungsänderungNach dem Tod von Graf Franz Carl von der Leyen bleibt das Schloss unbewohnt und verfällt2
  7. 1854FertigstellungNeues dreiläufiges Treppenhaus, Stufen und Geländer von der Eisenhütte in Sayn ausgeführt2
  8. 1858FertigstellungAbschluss des neugotischen Umbaus1, 2
  9. 15. März 1945NutzungsänderungÜbergabe an die Amerikaner, nach acht Wochen geplündert an die französische Besatzung übergeben1
  10. 2000RestaurierungBeschluss eines Sanierungsprogramms1
  11. 2012NutzungsänderungChristian Runkel beginnt, Veranstaltungen ins Schloss zu holen1
  12. 2021BesitzwechselChristian Runkel erwirbt das Schloss1

Besitz und Herrschaft

  • um 1258-1371Herren von Isenburg1, 3Erbauer, Sitz der Linie Isenburg-Arenfels
  • 1664Familie von Isenburg-Grenzau1Lehnsträger des Kurfürstentums Trier bis zum Erlöschen der männlichen Linie
  • 1664Familie von der Leyen1vom Trierer Erzbischof übergeben, Sommerresidenz
  • um 1850Graf Friedrich Ludolf von Westerholt-Gysenberg1, 2Bauherr des neugotischen Umbaus
  • seit 2021Privatbesitz1Kauf durch einen Privateigentümer

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Das Schloss heute

Architektur und Aufbau

Den Grundriss der frühbarocken Dreiflügelanlage behielt Zwirner bei. Den Stumpf des mittelalterlichen Bergfrieds ließ er erhöhen und mit Zinnenkranz und Spitze abschließen.2

Zu den Wohnräumen in Erd- und Obergeschoss führt ein dreiläufiges Treppenhaus, das 1854 neu eingebrochen wurde. Die Stufen und Geländer entwarf der Kölner Dombildhauer Christoph Stephan, ausgeführt hat sie die Eisenhütte in Sayn. Im Obergeschoss reihen sich Festräume um den gewölbten Rittersaal. Gotisches Maßwerk und figürliche Konsolen gliedern dort Decke und Unterzüge. Der Boden der Galerie trägt Einlegearbeiten aus Kunststein.2

20. und 21. Jahrhundert

Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Teile des Schlosses schwer beschädigt. Am 15. März 1945 wurde es den Amerikanern übergeben. Nach acht Wochen reichten diese es geplündert und verschmutzt an die französische Besatzung weiter.1

Im Jahr 2000 wurde ein Sanierungsprogramm beschlossen, das nach Angaben des Schlosses weiterläuft. Christian Runkel holte ab 2012 Veranstaltungen ins Schloss und kaufte es 2021. Die Gastronomie verantworten seit 2020 Benedikt Feltens und Johnny Sauvourel. 2021 kamen acht weitere Hotelzimmer im Schlossgebäude hinzu.1

Besonderheiten

  • Jahresschloss: Der Beiname geht nach der Überlieferung des Schlosses auf 365 Fenster, 52 Türen und zwölf Türme zurück. Nicht alle Türme sind erhalten.1
  • Schafstall: Oberhalb des Schlosses liegt eine alte Siedlung mit Häusern der Hofleute, im Volksmund "Schafstall" genannt. Fürst Philipp Franz von der Leyen ließ etwas abseits der Siedlung in den 1820er Jahren ein Fachwerkhaus als Kavaliershaus errichten, Graf Westerholt 1857 eine Steinbrücke über den Hohlweg.8

Heutige Nutzung

Das Schloss wird für Hochzeiten, Firmenfeiern und eigene Veranstaltungen genutzt, darunter Konzerte, Weinproben und Geisterführungen. Es gibt Hotelzimmer und ein Café mit Sonnenterrasse und Blick über das Rheintal.4, 6

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
nur mit Führung4
Öffnungszeiten
Schloss nur bei Veranstaltungen und bei der Sonntagsführung geöffnet (Stand Saison 2026)
Café: 1. April-5. Oktober Mi-So und feiertags 11-18 Uhr4
Eintritt
Führung: Erwachsene 9,90 €, Kinder 6-18 Jahre 4,90 €, Kinder unter 6 Jahren frei (Stand Saison 2026). Karten vor der Führung im Café.4
Führungen
Schlossführung 1. April bis Anfang Oktober sonn- und feiertags 13 Uhr, Dauer ca. 60 Minuten, ohne Anmeldung (Stand Saison 2026)
Private Führungen für Gruppen ab 20 Personen auf Anfrage auch an anderen Tagen4
Parken
Zwei große Parkplätze am Schloss, für Gäste kostenlos.5
Bus und Bahn
Bahnhof Bad Hönningen mit Verbindungen nach Koblenz, Bonn und Köln, von dort rund 15 Minuten zu Fuß.5
Fußweg
Vom Bahnhof Bad Hönningen rund 15 Minuten.5
Gastronomie
Café mit Sonnenterrasse, 1. April-5. Oktober Mi-So und feiertags 11-18 Uhr (Stand Saison 2026). Hotelzimmer im Schloss, Übernachtung ganzjährig.4, 6

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Das Innere ist nur bei Veranstaltungen und bei der öffentlichen Sonntagsführung zugänglich. Nach Angaben des Betreibers (Saison 2026) findet sie von April bis Anfang Oktober sonn- und feiertags statt, dauert etwa eine Stunde und braucht keine Anmeldung. Karten gibt es vorher im Café.4

Anreise

Das Schloss liegt an der B 42. Für Gäste gibt es zwei große, kostenlose Parkplätze am Schloss. Vom Bahnhof Bad Hönningen mit Zügen Richtung Koblenz, Bonn und Köln sind es nach Angaben des Betreibers 15 Minuten zu Fuß.5

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 7 Kilometer Luftlinie südöstlich liegt die Burg Hammerstein. Etwa 17 Kilometer Luftlinie nordnordwestlich steht die Burg Drachenfels im Siebengebirge, nur wenig weiter das Schloss Drachenburg.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Neuwied, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.

Lage und Karte

50.5219° N · 7.3072° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Die GeschichteSchloss Arenfels (Feltens Events GmbH), abgerufen am 11.10.2026
  2. Schloss Arenfels (Text Paul-Georg Custodis, 2016)LVR, KuLaDig Kultur.Landschaft.Digital, abgerufen am 11.10.2026
  3. Klaus-Peter Decker: Isenburg, Abschnitt C (Residenzen), S. 719Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Residenzen-Kommission, abgerufen am 11.10.2026
  4. Öffnungszeiten & FührungenSchloss Arenfels (Feltens Events GmbH), abgerufen am 11.10.2026
  5. Anfahrt und ParkenSchloss Arenfels (Feltens Events GmbH), abgerufen am 11.10.2026
  6. Schloss ArenfelsSchloss Arenfels (Feltens Events GmbH), abgerufen am 11.10.2026
  7. ImpressumFeltens Events GmbH, abgerufen am 11.10.2026
  8. Schafstall oberhalb Schloss Arenfels bei Bad Hönningen (Hans-Dieter Weber, 2024)LVR, KuLaDig Kultur.Landschaft.Digital, abgerufen am 11.10.2026
  9. Schloss Arenfels (building, historic=castle) (Kartenobjekt way/29007240)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Tohma · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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