Burgenführer
Burg · Chemnitz, Stadtteil Rabenstein · Sachsen

Burg Rabenstein (Chemnitz)

Burg des 12. Jahrhunderts in Chemnitz-Rabenstein, später Jagdsitz der Familie von Carlowitz, heute Museum der Kunstsammlungen Chemnitz.

50.8331° N · 12.8183° E
Burg Rabenstein (Chemnitz)
Burg Rabenstein (Chemnitz)Foto: Kora27 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
1. Mai-1. November 2026: Di-So 10-17 UhrAußerhalb dieser Zeit auf AnfrageEintritt: 4 €, ermäßigt 2,50 € (Stand 2026)Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 3, 4teilweise erhalten
Erste Erwähnung
12944
Gründung
2. Hälfte 12. Jahrhundert1
Ort
Chemnitz, Stadtteil Rabenstein1, 5
Bundesland
Sachsen
Eigentümer
Stadt Chemnitz1, 3
Betreiber
Kunstsammlungen Chemnitz, Schloßbergmuseum1
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich1
Öffnungszeiten
1. Mai-1. November 2026: Di-So 10-17 Uhr1Alle Angaben
Eintritt
4 €, ermäßigt 2,50 € (Stand 2026)1Alle Angaben
Inhalt 13 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung im 12. Jahrhundert
  3. Jagdsitz der Familie von Carlowitz
  4. Siegert, von Welck und der Park
  5. Städtisches Museum
  6. Chronik
  7. Besonderheiten
  8. Heutiger Zustand
  9. Auf einen Blick
  10. Besichtigung und Anreise
  11. Umgebung und weitere Ziele
  12. Lage und Karte
  13. Quellen
Lesezeit etwa 3 MinutenStand: Oktober 20266 Quellen

Burg Rabenstein liegt im Chemnitzer Stadtteil Rabenstein auf einem steilen Felsen, umgeben von einem Park am Stadtrand. Von der mittelalterlichen Anlage stehen noch Bergfried und Palas. Die Burg gehört zum Schloßbergmuseum der Kunstsammlungen Chemnitz, eine Ausstellung erzählt ihre Geschichte.1, 2, 3

Geschichte

Entstehung im 12. Jahrhundert

Nach Angaben der Kunstsammlungen wurde die Burg in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet. Ihr Bau gehörte zur Besiedlung des Erzgebirgsvorlandes.1, 3 Das Historische Ortsverzeichnis von Sachsen nennt 1294 einen Cunrad von Rabenstein als früheste Erwähnung des Namens. Als Burg erscheint Rabenstein dort 1336, 1375 als "castrum".4

Im 14. Jahrhundert kam die Burg nach Angaben der Stadt Chemnitz in den Besitz des Chemnitzer Benediktinerklosters. In der Folge wurde sie nach und nach erweitert.3

Jagdsitz der Familie von Carlowitz

Das Ortsverzeichnis führt Oberrabenstein 1548 im Amt Rabenstein-Chemnitz, 1551 im Amt Chemnitz.4 Ab 1619 gehörte die Anlage der Familie von Carlowitz. Die Burg diente damals nur als Jagdschloss und Sommersitz, gewohnt wurde dort kaum.3

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, zur Zeit des frühen Barock, wurde die Burg umgestaltet. Aus dieser Phase stammt der kleine Rittersaal im Obergeschoss des Palas, dessen Fresken Jagdmotive zeigen.1 Für 1696 nennt das Ortsverzeichnis ein Rittergut Oberrabenstein als Grundherrschaft.4 Später wurden die meisten Gebäude der Burg abgebrochen, nur Bergfried und Palas blieben stehen.3

Siegert, von Welck und der Park

1774 kaufte der Chemnitzer Textilkaufmann Johann Georg Siegert die Burg samt Grundbesitz. Er ließ oberhalb der Burg ein neues Herrenhaus bauen, das Rabensteiner Schloss im Stil des Rokoko. Heute ist darin ein Hotel.1

Siegert und seine Nachkommen gestalteten Burg und Umgebung zu einem romantischen Park im englischen Stil um. Besonders Maximilian von Welck prägte diese Umgestaltung.1 Die Stadt Chemnitz datiert den Park auf die Zeit um 1820. Die Reste der Burg wurden darin als verwunschene Ritterburg inszeniert.3

Städtisches Museum

1897 schlossen sich Ober- und Niederrabenstein zur Gemeinde Rabenstein zusammen. 1950 wurde sie nach Chemnitz eingemeindet.4, 5 Mit der Eingemeindung ging die Burg in den Besitz der Stadt Chemnitz über.1

Nach umfangreichen Instandsetzungen richtete die Stadt 1959 ein Museum in der Burg ein. In den 1980er- und 1990er-Jahren wurde die Anlage erneut umfassend restauriert.1, 3

Im April 2025 eröffnete der erste Teil einer neuen Dauerausstellung zur Burggeschichte. Der zweite Teil widmet sich der historischen Tafelstube, die die Kunstsammlungen als wichtigsten Raum der Burg bezeichnen.2

Chronik

12. Jh. - 2025
  1. 2. Hälfte 12. JahrhundertGründungBau der Burg im Zuge der Besiedlung des Erzgebirgsvorlandes1
  2. 1294ErsterwähnungCunrad von Rabenstein als früheste Nennung des Namens4
  3. 14. JahrhundertBesitzwechselDie Burg kommt an das Benediktinerkloster Chemnitz und wird schrittweise erweitert3
  4. 1336ErsterwähnungErste Nennung als Burg4
  5. 1. Hälfte 17. JahrhundertUmbauUmgestaltung zur Zeit des frühen Barock, Rittersaal mit Jagdfresken1
  6. ab 1619BesitzwechselDie Familie von Carlowitz besitzt die Burg, Nutzung als Jagdschloss und Sommersitz3
  7. 1774BesitzwechselJohann Georg Siegert erwirbt Burg und Grundbesitz1
  8. um 1820NutzungsänderungAnlage des romantischen Parks mit den Burgresten3
  9. 1950BesitzwechselMit der Eingemeindung Rabensteins geht die Burg an die Stadt Chemnitz1
  10. 1959NutzungsänderungEinrichtung eines Museums nach umfangreichen Wiederherstellungsarbeiten1, 3
  11. 1980-1999RestaurierungWeitere umfassende Restaurierungen1
  12. 2025NutzungsänderungEröffnung des ersten Teils einer neuen Dauerausstellung zur Burggeschichte2

Besitz und Herrschaft

  • ab 1619Familie von Carlowitz3Besitzer, Nutzung als Jagdschloss und Sommersitz
  • ab 1774Johann Georg Siegert und Nachkommen1, 3Kauf von Burg und Grundbesitz, danach mehrfache Besitzwechsel bis 1950
  • seit 1950Stadt Chemnitz1, 3Eigentümerin seit der Eingemeindung Rabensteins

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Besonderheiten

  • "Kleinste Burg Sachsens": Den verbreiteten Beinamen halten die Kunstsammlungen für irreführend, weil heute nur der Kern einer früher größeren Anlage steht.1
  • Ausmalung: Die Stadt Chemnitz beschreibt im Festsaal manieristische Malereien mit echten Tieren und Fabelwesen nach Art einer gemalten Menagerie. Eine Wandmalerei mit Einhorn datieren die Kunstsammlungen um 1625.2, 3
  • Hans Carl von Carlowitz: Der Oberberghauptmann, der den Begriff der Nachhaltigkeit prägte, wurde 1645 in Rabenstein geboren. Nach Angaben der Stadt Chemnitz kam er wohl nicht auf der Burg zur Welt.2, 3
  • Ostern im Mittelalter: Jedes Jahr am Osterwochenende findet auf der Burg ein Mittelalterfest statt.1

Heutiger Zustand

Erhalten sind Bergfried und Palas, die übrigen Bauten der Burg fehlen. Die Stadt Chemnitz zählt die Burg zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Stadt.1, 3

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich1
Öffnungszeiten
1. Mai-1. November 2026: Di-So 10-17 Uhr
Außerhalb dieser Zeit auf Anfrage1
Eintritt
4 €, ermäßigt 2,50 € (Stand 2026)
Frei für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, Schülerinnen und Schüler, Studierende der TU Chemnitz, Inhaber des Chemnitzpasses und am eigenen Geburtstag1
Führungen
Führungen und besondere Veranstaltungen wie Projekttage für Schulen auf Buchung.1
Bus und Bahn
Ab Chemnitz Hauptbahnhof Straßenbahn 1 bis Endhaltestelle Schönau, dann Bus 42 Richtung Rabenstein bis Haltestelle Weigandstraße.1
Fußweg
Von der Haltestelle Weigandstraße etwa 10 Minuten zu Fuß.1

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung und Anreise

Die Burg ist als Museum von Mai bis Anfang November geöffnet, außerhalb dieser Zeit nur auf Anfrage. Neben dem eigenen Rundgang lassen sich Führungen und Projekttage für Schulen buchen.1

Vom Chemnitzer Hauptbahnhof fährt die Straßenbahn 1 bis zur Endhaltestelle Schönau. Dort geht es mit dem Bus 42 bis zur Haltestelle Weigandstraße, danach sind es etwa 10 Minuten zu Fuß.1

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 22 Kilometer Luftlinie entfernt liegt die Burg Scharfenstein im Erzgebirge, knapp 24 Kilometer sind es bis Schloss Rochlitz. Etwa 27 Kilometer Luftlinie entfernt steht die Burg Kriebstein.

Weitere Anlagen in Chemnitz zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser in Chemnitz, das ganze Land die Seite Sachsen.

Lage und Karte

50.8331° N · 12.8183° E

Beim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.

Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burg Rabenstein - Die kleinste Burg SachsensKunstsammlungen Chemnitz, Schloßbergmuseum, abgerufen am 11.10.2026
  2. Die Geschichte der Tafelstube (Ausstellung 2026)Kunstsammlungen Chemnitz, Schloßbergmuseum, abgerufen am 11.10.2026
  3. Art Collections Chemnitz - Rabenstein CastleStadt Chemnitz, abgerufen am 11.10.2026
  4. Oberrabenstein, Digitales Historisches Ortsverzeichnis von SachsenInstitut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, abgerufen am 11.10.2026
  5. Rabenstein (2), Digitales Historisches Ortsverzeichnis von SachsenInstitut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, abgerufen am 11.10.2026
  6. Burg Rabenstein (Kartenobjekt way/1004528881)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: Kora27 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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