Burgenführer
Burg · Niederheimbach · Rheinland-Pfalz

Burg Sooneck

Burg über dem Rhein bei Niederheimbach, 1282 und 1689 zerstört, im 19. Jahrhundert von preußischen Prinzen zum Jagdschloss ausgebaut.

50.0195° N · 7.8249° E
Burg Sooneck
Burg SooneckFoto: Phantom3Pix · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
13. Juni-1. November 2026: täglich 10-18 Uhr, letzter Einlass 17 UhrEintritt: Erwachsene 6,50 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 2, 3, 5wiederaufgebaut
Erste Erwähnung
12712, 4, 5
Ort
Niederheimbach1, 2
Bundesland
Rheinland-Pfalz
Eigentümer
Land Rheinland-Pfalz1, 4
Betreiber
Familie Hecher (Pächter)1
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich1
Öffnungszeiten
13. Juni-1. November 2026: täglich 10-18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr1
Eintritt
Erwachsene 6,50 €1Alle Angaben
Koordinaten
50.0195, 7.82493
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: Vogtburg oder Mainzer Grenzburg
  3. Verkauf an Mainz und Zerstörung 1282
  4. Mainzer Lehen: Waldeck und Breidbach
  5. Preußisches Jagdschloss
  6. Staatsbesitz und Museum
  7. Chronik
  8. Architektur und Aufbau
  9. Besonderheiten
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Anreise
  13. Umgebung und weitere Ziele
  14. Lage und Karte
  15. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: Oktober 20266 Quellen

Burg Sooneck steht bei Niederheimbach im Landkreis Mainz-Bingen am Hang des Soonwalds, der hier steil zum Rhein abfällt.3, 5 Die mittelalterliche Burg wurde 1282 und 1689 zerstört. Im 19. Jahrhundert bauten der spätere König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und seine Brüder die Ruine zum Jagdschloss aus.2, 4 Eigentümer ist das Land Rheinland-Pfalz. Gepachtet hat die Burg die Familie Hecher, die sie für Besucher öffnet.1

Geschichte

Entstehung: Vogtburg oder Mainzer Grenzburg

Wann und durch wen die Burg entstand, ist nicht geklärt. Ein Artikel des Instituts für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz (IGL) nennt eine Erbauung wahrscheinlich um 1015, veranlasst durch die Abtei Kornelimünster bei Aachen.4 Das Historische Ortslexikon desselben Instituts setzt den Bau ins 12. Jahrhundert. Die Burg schützte demnach den Besitz der Abtei in der Gegend und diente zugleich als Vorburg von Reichenstein.5

KuLaDig datiert die Entstehung in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts. Als Bauherren gelten dort wahrscheinlich die Mainzer Erzbischöfe, als Reichsburg oder kurmainzische Grenzbefestigung.3 Nach dem IGL saßen auf der Burg die Vögte der Abtei, im 13. Jahrhundert die Herren von Bolanden-Hohenfels. Urkundlich genannt wird Sooneck erstmals 1271, in der Form "Sanecke".2, 4, 5

Verkauf an Mainz und Zerstörung 1282

Nach dem IGL und dem Ortslexikon verkaufte die Abtei ihren Besitz in der Gegend 1270 an das Mainzer Domkapitel und das Stift Mariengreden.4, 5 Die GDKE nennt dagegen Erzbischof Werner von Mainz als Käufer.2

1282 ließ König Rudolf von Habsburg die Burg belagern und zerstören, zusammen mit der nahen Burg Reichenstein.2, 5 Nach dem IGL legten Truppen des Landfriedens beide Burgen in "Schutt und Asche". Ganz zerstört waren sie demnach nicht, aber funktionsunfähig gemacht. 1290 verbot der König, sie wieder aufzubauen.4

Mainzer Lehen: Waldeck und Breidbach

1344 beendeten Kurpfalz und das Erzstift Mainz ihren Streit, Sooneck wurde dabei dem Erzstift zugesprochen. Am 19. April 1346 belehnte Erzbischof Heinrich seinen Marschall Johann von Waldeck mit der Burg.4, 5

Den Wiederaufbau durch Johann von Waldeck datiert die GDKE auf 1346.2 Nach IGL und Ortslexikon hob König Karl IV. das Bauverbot erst 1349 auf, danach begann der Wiederaufbau.4, 5

Auf Johann folgten mehrere Zweige der Familie von Waldeck, die eine Ganerbengemeinschaft bildeten. Seit 1449 war die Familie von Breidbach Mitbesitzerin, später wurden die Breidbach zu Bürresheim allein mit Sooneck belehnt.4, 5 Nach der GDKE erhielt Anselm Franz von Breitbach 1660 in einer Erbteilung mit seinem Bruder alle mainzischen Lehen. Er war der letzte Lehensträger, nach seinem Tod verfiel die Burg.2

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg brannten französische Truppen Sooneck 1689 nieder. Eine Karte aus demselben Jahr führt die Anlage als "ruiniertes schloß".4

Preußisches Jagdschloss

Die Ruine kaufte der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm zusammen mit seinen Brüdern Wilhelm, Carl und Albrecht. GDKE, KuLaDig, IGL und Betreiber nennen dafür 1834, das Ortslexikon 1825.1, 2, 3, 4, 5 Auf einer Rheinreise 1842 beschlossen die Brüder, die Ruine zum Jagdschloss auszubauen.2, 4

Die Pläne stammten nach dem IGL vom Koblenzer Festungsbaumeister Karl Schnitzler. Der Ausbau verzögerte sich demnach durch die Revolution von 1848, Streit in der Königsfamilie sowie Krankheit und Tod des Königs. Abgeschlossen war er nach dem IGL 1861.4 KuLaDig gibt dagegen 1834 bis 1843 als Bauzeit an.3

Nach dem IGL bewohnten die Brüder die Burg nie. Die GDKE schreibt, wegen der langen Bauzeit habe nur Carl die fertigen Räume nutzen können.2, 4

Staatsbesitz und Museum

Seit 1918 gehört die Burg nach GDKE und IGL dem Staat, KuLaDig nennt allgemein das Ende der Monarchie.2, 3, 4 Das Ortslexikon datiert den Übergang an den Staat Preußen auf 1926.5 Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Sooneck als Rechtsnachfolger an das Land Rheinland-Pfalz.4, 5

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg geplündert. Deshalb ist sie heute mit Mobiliar aus Schloss Stolzenfels ausgestattet.2 Im zweiten Obergeschoss ist seit 1990 die Stiftung Koeth-Wanscheid untergebracht. Ausgestellt sind dort Ansichten des Rheins, Bildnisse von Adligen und Möbel aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die einer rheinischen Adelsfamilie gehörten.2 Bauliche Maßnahmen betreut nach Angaben des Betreibers die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE).1

Chronik

1271 - 1990
  1. 1271ErsterwähnungErste urkundliche Nennung als "Sanecke"2, 4, 5
  2. 1282ZerstörungBelagerung und Zerstörung auf Befehl König Rudolfs von Habsburg, zusammen mit Burg Reichenstein2, 5
  3. 1290NutzungsänderungDer König verbietet den Wiederaufbau4
  4. 19. April 1346BesitzwechselErzbischof Heinrich von Mainz belehnt Johann von Waldeck mit der Burg4
  5. ab 1449BesitzwechselDie Familie von Breidbach wird Mitbesitzerin4, 5
  6. 1660BesitzwechselAnselm Franz von Breitbach erhält in einer Erbteilung alle mainzischen Lehen, darunter Sooneck2
  7. 1689ZerstörungIm Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen zerstört1, 4
  8. 1842UmbauDie preußischen Brüder beschließen den Ausbau der Ruine zum Jagdschloss2, 4
  9. 1939-1945ZerstörungPlünderung im Zweiten Weltkrieg2
  10. nach 1945BesitzwechselDas Land Rheinland-Pfalz wird als Rechtsnachfolger Eigentümer4, 5
  11. 1990NutzungsänderungDie Stiftung Koeth-Wanscheid zieht in das zweite Obergeschoss2

Besitz und Herrschaft

  • ab 1344Erzstift Mainz4Lehnsherr
  • ab 1346Johann von Waldeck und seine Erben4, 5Mainzer Lehnsleute, später Ganerbengemeinschaft der Familie von Waldeck
  • ab 1449Familie von Breidbach4, 5Mitbesitzer, später die Breidbach zu Bürresheim allein belehnt
  • 2026Land Rheinland-Pfalz1Eigentümer, 2026 belegt

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Architektur und Aufbau

Das IGL beschreibt die Anlage nach dem Dehio. In der Osthälfte der Hauptburg steht der dreigeschossige Wohnbau, in der Westhälfte am engen Burghof der quadratische Bergfried. Eine Holzbrücke verband beide Bauten. Zinnen und Erkertürmchen sind nach dem IGL größtenteils original. Nach Süden zieht sich eine ausgedehnte Vorburg mit einem Talturm den Hang hinab.4

KuLaDig nennt den mehrgeschossigen Palas als Mittelpunkt, seine mittelalterlichen Mauern seien weitgehend erhalten.3 Nach Angaben des Betreibers sind Bergfried und Burghaus in originaler Substanz erhalten. Der Ausbau sei sehr einfach gehalten worden, im Sinne einer königlichen Jagdburg.1

Besonderheiten

  • Welterbe: KuLaDig zählt Sooneck zu den wichtigsten Burgen im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.3
  • Namensformen: Das Ortslexikon verzeichnet unter anderem "Sanecke" (1271), "Castrum Saneck" (1290) und "Soneck" (um 1690).5
Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich1
Öffnungszeiten
13. Juni-1. November 2026: täglich 10-18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr1
Eintritt
Erwachsene 6,50 €
Kinder 5-14 Jahre 5 € (mit Kinder-Rätselburgführer und Rätselgewinn)
Familie (1 Erwachsener, 1 Kind bis 14 Jahre) 10 €
Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder bis 14 Jahre) 20 €
Gruppen ab 20 Personen: Erwachsene 5,50 €, Kinder 4 €
Stand: Saison 20261
Führungen
Besichtigung auf eigene Faust, etwa 45 Minuten.1
Parken
Parkplatz in Niederheimbach: aus Richtung Bingen erste Abzweigung links, dann gleich wieder links durch Neubaugebiet und Weinberge etwa 500 m; aus Richtung Bacharach letzte Abzweigung im Ort rechts.1
Bus und Bahn
Bahnhof Niederheimbach; Schiffsanleger der Bingen-Rüdesheimer in Niederheimbach.1
Fußweg
Vom Parkplatz 300 m auf geteertem Weg mit leichter Steigung. Vom Bahnhof oder Schiffsanleger Niederheimbach flussaufwärts etwa 40 Minuten.1
Gastronomie
Burglädchen mit Snacks, Eis, Kaffee, kühlen Getränken, Süßem und Wein von Trauben unterhalb der Burg. Picknickbereich vor dem Burgtor; im Besichtigungsbereich kein Verzehr.1
Familien
Kinder 5-14 Jahre 5 € mit Rätselburgführer und Rätselgewinn, Familienkarten 10 € und 20 €. Kindergeburtstage von Mitte April bis Mitte Oktober, 12 € pro Kind (10 bis 20 Kinder).1
Barrierefreiheit
nicht barrierefrei: Laut Betreiber nicht rollstuhlgerecht. Kinderwagen können am Burgeingang abgestellt werden. Große Rucksäcke und Taschen sind in der Burg nicht erlaubt und können an der Kasse abgegeben werden.1
Hunde
nur im Außenbereich: Im Außenbereich angeleint erlaubt, in den Innenräumen nicht.1

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

2026 ist die Burg vom 13. Juni bis 1. November täglich geöffnet. Besucher gehen nach Angaben des Betreibers auf eigene Faust durch die Anlage und sollten etwa 45 Minuten einplanen. Kinder bekommen einen Rätselburgführer.1

Das Burglädchen verkauft Snacks, Getränke und Wein von den Reben unterhalb der Burg. Im Garten empfiehlt der Betreiber das Rosenrondell mit Blick bis Bacharach. Im Besichtigungsbereich darf nicht gegessen und getrunken werden, vor dem Burgtor gibt es einen Picknickbereich.1

Anreise

Aus Richtung Bingen führt die erste Abzweigung links, dann gleich wieder links durch Neubaugebiet und Weinberge etwa 500 Meter zum Parkplatz. Von dort führt ein 300 Meter langer, geteerter Weg mit leichter Steigung zur Burg.1

Niederheimbach hat einen Bahnhof und einen Schiffsanleger der Bingen-Rüdesheimer. Von dort geht es flussaufwärts der Beschilderung nach, zu Fuß sind es etwa 40 Minuten.1

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 2,6 Kilometer Luftlinie entfernt steht die Burg Reichenstein, die 1282 zusammen mit Sooneck zerstört wurde. Etwa 3,7 Kilometer Luftlinie sind es zur Burg Rheinstein, rund 6 Kilometer zur Burg Stahleck.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Mainz-Bingen, das ganze Land die Seite Rheinland-Pfalz.

Lage und Karte

50.0195° N · 7.8249° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Burg Sooneck (Startseite mit Öffnungszeiten, Preisen und Anfahrt)Burg Sooneck, Burgfamilie Hecher (Pächter), abgerufen am 11.10.2026
  2. Region Oberes Mittelrheintal 2026, Abschnitt Burg Sooneck (Stand Januar 2026)Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Burgen Schlösser Altertümer, abgerufen am 11.10.2026
  3. Burg Sooneck bei Niederheimbach (Karl Peter Wiemer 2026)KuLaDig, Landschaftsverband Rheinland, abgerufen am 11.10.2026
  4. Burg SooneckInstitut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz, regionalgeschichte.net, abgerufen am 11.10.2026
  5. Sooneck, Burg (Historisches Ortslexikon)Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz, regionalgeschichte.net, abgerufen am 11.10.2026
  6. Burg Sooneck (Kartenobjekt way/37593630)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Phantom3Pix · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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