Burgenführer
Burg · Weida · Thüringen

Osterburg (Weida)

Stammburg der Vögte von Weida, ab 1163 erbaut, mit 54 Meter hohem Bergfried; heute Museum und Veranstaltungsort der Stadt Weida.

50.7725° N · 12.0568° E
Osterburg (Weida)
Osterburg (Weida)Foto: GFreihalter · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
März-Oktober: Do-So 10-18 UhrNovember-18. Januar: Do-So 10-16 Uhr19. Januar-Ende Februar: teilweise geschlossenEintritt: Erwachsene 9 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 2vollständig erhalten
Baubeginn
11631, 2
Ort
Weida1, 9
Bundesland
Thüringen
Betreiber
Stadt Weida (Museum Osterburg)1, 8, 9
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich1
Öffnungszeiten
März-Oktober: Do-So 10-18 Uhr1, 12Alle Angaben
Eintritt
Erwachsene 9 €1Alle Angaben
Website
weida.de1
Koordinaten
50.7725, 12.0568
Inhalt 15 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung: eine romanische Befestigung
  3. Residenz und Stammburg der Vögte
  4. Amtssitz, Gericht und Gefängnis
  5. Museum und Kulturzentrum
  6. Chronik
  7. Architektur und Aufbau
  8. Besonderheiten
  9. Heutiger Zustand
  10. Auf einen Blick
  11. Besichtigung
  12. Anreise
  13. Umgebung und weitere Ziele
  14. Lage und Karte
  15. Quellen
Lesezeit etwa 5 MinutenStand: Oktober 202613 Quellen

Die Osterburg in Weida im Landkreis Greiz war die Stammburg der Vögte von Weida, auf die der Name Vogtland zurückgeht. Prägend ist ihr 54 Meter hoher Bergfried, der statt eines Dachs einen steinernen Achteckhelm trägt.2, 3, 4 Das Museum in der Burg zählt zu den Einrichtungen der Stadt Weida. Altes und Neues Schloss, Remise und Turm dienen heute als Museum, Galerie und Veranstaltungsort, dazu kommen mehrere Gärten.1, 9

Geschichte

Entstehung: eine romanische Befestigung

Auf dem Burggelände wurden slawische Funde aus dem 11. Jahrhundert entdeckt. 1163 begannen unter Vogt Heinrich I. die Bauarbeiten an einer romanischen Befestigung.1 Als Bauzeit gibt die Stadt Weida die Jahre 1163 bis 1193 an.2

Die Staufer hatten nach Angaben des Landkreises Greiz im 12. Jahrhundert in den Reichswäldern der Gegend Vögte eingesetzt, die ihre Königsmacht sichern sollten. Die Bezeichnung Vögte von Weida trugen die Herren von Weida ab 1209. Ab 1244 erweiterten sie ihren Titel zu Vögten von Weida, Gera und Plauen.3

Residenz und Stammburg der Vögte

Im 13. und 14. Jahrhundert residierten die Vögte auf der Burg, die zugleich Verwaltungszentrum des ganzen Vogtlands war.1 In seiner größten Ausdehnung reichte ihr Herrschaftsgebiet von Borna bis ins böhmische Eger und ins oberfränkische Regnitzland, Gera, Greiz und Plauen eingeschlossen. Weil die Vögte dem Land seinen Namen gaben, gilt die Osterburg laut Stadt als Stammburg der Vögte, Weida als Wiege des Vogtlandes.2

Anfang des 15. Jahrhunderts war der Einfluss der Vögte zu Ende, ihr Gebiet kam an die Wettiner. Fortgeführt wurde die Tradition der Weidaer Vögte im Haus Reuß. Dessen ältere Linie hatte ihren Sitz in Greiz, die jüngere in Gera.2, 3

Amtssitz, Gericht und Gefängnis

In wettinischer Zeit diente die Burg als Amtssitz, später zusätzlich als Sitz einer Gerichtsbehörde. Osterburg heißt die Anlage nach Angaben der Stadt erst seit dem 16. Jahrhundert. Der Name leitet sich vom Osterland oder Ostland ab, dem Land östlich der Saale.1

An Gericht und Gefängnis erinnern zwei Orte in der Burg. Der Balkensaal im Alten Schloss war früher ein Gerichtssaal. Der Gefängnisgarten trägt seinen Namen nach den Häftlingen, die dort ihren Freigang hatten.5

Museum und Kulturzentrum

Den früheren Gerichtssaal baute man 1994 zu einem Veranstaltungsraum um. Die alten Deckenbalken trugen nicht mehr und wurden ersetzt, restauriert gaben sie dem Balkensaal seinen Namen. Am 18. September 1999 fand hier die erste Trauung statt, heute nutzt die Stadt den Saal für Eheschließungen.1, 5

1997 wurde der Förderverein "Freunde der Osterburg Weida" gegründet, der Erhaltung und Nutzung der Burg unterstützt. Zum 1. November 2007 erkannte das Thüringer Innenministerium die Osterburg Stiftung zu Weida in Thüringen an. Mit ihrem Geld soll die Burg bewahrt und weiterentwickelt werden, als Baudenkmal ebenso wie als Kulturort für Weida und das Umland.6, 7

2009 wurde im Burgturm die ständige Ausstellung "Mittelalterlicher Bergfried, Archäologie und Bauforschung" eröffnet.1 Für April 2019 kündigte die Stadt das Horst-Sakulowski-Kabinett an. Angelegt ist es als ständige Ausstellung mit mehr als 30 Arbeiten des Weidaer Ehrenbürgers in zwei Räumen des Museums.8

Chronik

1163 - 2019
  1. 1163BaubeginnVogt Heinrich I. lässt mit dem Bau einer romanischen Befestigung beginnen1, 2
  2. 1193FertigstellungEnde der Bauzeit 1163-1193 nach Angaben der Stadt Weida2
  3. 13. bis 14. JahrhundertNutzungsänderungResidenz der Vögte und Verwaltungszentrum für das ganze Vogtland1
  4. 1. Hälfte 15. JahrhundertBesitzwechselDer Einfluss der Vögte erlischt Anfang des 15. Jahrhunderts, ihr Gebiet fällt an die Wettiner, die Burg wird Sitz der Amtsverwaltung1, 2
  5. bis 1917NutzungsänderungDie Türmerstube im Bergfried ist ständig bewohnt1
  6. 1994UmbauDer frühere Gerichtssaal im Alten Schloss wird zum Balkensaal umgebaut5
  7. 4. Februar 1997NutzungsänderungGründung des Fördervereins "Freunde der Osterburg Weida"7
  8. 18. September 1999NutzungsänderungErste Trauung im Balkensaal5
  9. 1. November 2007NutzungsänderungAnerkennung der Osterburg Stiftung zu Weida in Thüringen durch das Thüringer Innenministerium6
  10. 2009NutzungsänderungStändige Ausstellung "Mittelalterlicher Bergfried, Archäologie und Bauforschung" im Burgturm eröffnet1
  11. 5. April 2019NutzungsänderungEröffnung des Horst-Sakulowski-Kabinetts im Museum8

Besitz und Herrschaft

  • ab 1163Vögte von Weida1, 2Bauherren; Stammburg und Residenz bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Architektur und Aufbau

Der Bergfried ist nach Angaben der Stadt ein Zeuge der ersten Bebauung. Innen ist der 54 Meter hohe Turm hohl, nach oben wird er schmaler. Sein Abschluss ist ein 17 Meter hoher Helm aus Stein mit achteckigem Grundriss. Unterhalb des ersten Kranzes ist die Mauer 5,70 Meter dick.1, 4

Zur Anlage gehören außerdem das Alte und das Neue Schloss sowie die Remise. Das Alte Schloss beherbergt neben dem Balkensaal ein Lapidarium, zwei Dauerausstellungen und die Galerie im Alten Schloss. Im Neuen Schloss liegt das Moritzgewölbe, das wie der Gefängnisgarten für Kleinkunst genutzt wird. Ausstellungen zeigen auch die Remise und der Burgturm.1, 5

Im nördlichen Innenbereich liegt der Mittelalterliche Wurzgarten mit Nutz- und Zierpflanzen, für ihn entstanden 21 neue Hochbeete aus Lärchenholz. Im Südwesten folgt der Höfische Lustgarten. Er dient mit Naturbühne und Schachfeld als Veranstaltungsfläche, zu ihm gehört die Ruine eines Wehrturms.1

Besonderheiten

  • Türmerstube: Bis 1917 lebte ständig jemand in der Stube des Türmers knapp über dem zweiten Zinnenkranz. Zu besichtigen ist sie mit ihrer ursprünglichen Einrichtung.1
  • 360°-Museum: Ein Film über die Geschichte des Vogtlands und der Reußen wird im Turm direkt auf das romanische Ziegelmauerwerk projiziert.1
  • Turmbesteigung: Zwischen Mai und September gibt es jeden Monat einen begleiteten Aufstieg für eine kleine Gruppe, er endet am dritten Zinnenkranz.1
  • Bäume: Unter den Einzelbäumen nennt die Stadt die "Sagenhafte Eiche" und einen Amberbaum.1

Heutiger Zustand

Die Stadt beschreibt die Osterburg als sehr gut erhaltene Befestigung.2 Genutzt wird die Burg heute für Museum und Galerie, ein Künstleratelier, Ausstellungen, Veranstaltungen und Gastronomie. Der Förderverein und der Verein "Ritter der Osterburg" haben hier ihre Vereinsräume. Die Stadt zählt jährlich mehr als 20.000 Gäste.1 Im Februar 2000 tagte auf der Burg erstmals ein Künstlerstammtisch, der sich nach Angaben der Stadt einmal im Monat trifft. 2026 stellt er erneut in der Galerie aus.7, 12

Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich1
Öffnungszeiten
März-Oktober: Do-So 10-18 Uhr
November-18. Januar: Do-So 10-16 Uhr
19. Januar-Ende Februar: teilweise geschlossen
In den Ferien Di-So 10-18 Uhr, in den Herbstferien 10-16 Uhr
Auch an Feiertagen geöffnet (Stand Oktober 2026)
Bis 18. Januar 2027 (Ausstellungen): Galerie im Alten Schloss Do-So 10-16 Uhr, Remise Do-So 10-18 Uhr1, 12
Eintritt
Erwachsene 9 €
Kinder ab 7 Jahren 3 €
Burghofticket 1 €
Die Mehrkind-Familienkarte wird anerkannt (Stand Oktober 2026)1
Führungen
Stadt- und Osterburgführungen über die Tourist-Information in der Schlosswache (Schlossberg 12). Begleitete Turmbesteigung bis zum dritten Zinnenkranz von Mai bis September einmal im Monat, voraussichtlich samstags: höchstens vier sportlich fitte Personen ab 18 Jahren, Teilnahme auf eigene Gefahr, 75 € pro Person einschließlich Museumseintritt, Fotoerlaubnis und Stadtbilderklärung, Voranmeldung unter Telefon 036603 54110.1, 10
Familien
Kinder ab 7 Jahren 3 €, die Mehrkind-Familienkarte wird anerkannt.1

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Von März bis Oktober ist das Museum donnerstags bis sonntags geöffnet, in den Ferien schon ab Dienstag. Von November bis Mitte Januar schließt es früher, danach ist es bis Ende Februar teilweise geschlossen. Neben der Eintrittskarte für das Museum gibt es ein Burghofticket.1

Die Tourist-Information in der Schlosswache am Schlossberg 12 vermittelt Stadt- und Osterburgführungen und verkauft Eintrittskarten.10 An der Turmbesteigung nehmen höchstens vier sportliche Erwachsene ab 18 Jahren teil, auf eigene Gefahr. Sie kostet 75 € pro Person einschließlich Museumseintritt, angemeldet wird vorab per Telefon.1

Anreise

Von Gera aus sind es nach Angaben der Stadt rund 12 Kilometer nach Süden, Weida selbst liegt zentral im Kreisgebiet. In der Stadt kreuzen sich die Bundesstraßen 92 und 175. Das Museum in der Osterburg hat die Adresse Schlossberg 14.9, 11

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 17 Kilometer Luftlinie nordöstlich liegt die Burg Posterstein. Etwa 31 Kilometer Luftlinie westlich steht die Leuchtenburg in Seitenroda, rund 37 Kilometer westsüdwestlich die Burg Ranis.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Greiz, das ganze Land die Seite Thüringen.

Lage und Karte

50.7725° N · 12.0568° E

Beim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.

Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Osterburg: In der ÜbersichtStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  2. Stadtportrait: In der ÜbersichtStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  3. Landkreis Greiz: HistorischLandratsamt Greiz, abgerufen am 09.10.2026
  4. SehenswertesStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  5. Eheschließung in WeidaStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  6. Osterburg Stiftung zu Weida in ThüringenStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  7. Osterburg: Unsere PartnerStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  8. Horst-Sakulowski-KabinettStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  9. Außenstellen und EinrichtungenStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  10. Tourist-InformationStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  11. Zahlen, Daten, FaktenStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  12. AusstellungenStadt Weida, abgerufen am 09.10.2026
  13. Osterburg (historic=castle, castle_type=defensive, Q2035158) (Kartenobjekt way/204351544)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 09.10.2026

Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons

Bildnachweis Titelbild: Foto: GFreihalter · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Weiter entdecken

Weitere Burgen und Schlösser in Thüringen

Alle in Thüringen

Bildnachweise