Burg Fürsteneck
Höhenburg der Fuldaer Fürstäbte bei Eiterfeld, ab 1708 wiederhergestellt, seit 1952/53 Heimvolkshochschule und heute Akademie.

Steckbrief
- Typ
- Burg6wiederaufgebaut
- Kreis
- Landkreis Fulda
- Bundesland
- Hessen
- Besichtigung
- nur von außen7
- Öffnungszeiten
- Außenanlage frei zugänglich (Stand 10/2026)7
- Website
- burg-fuersteneck.de7
- Koordinaten
- 50.7764, 9.80806
Inhalt 16 Abschnitte
- Überblick
- Entstehung als Grenzburg der Fuldaer Äbte
- Pfand und Verkauf
- Zerstörung und Wiederaufbau unter Adalbert von Schleifras
- Amt, Domäne und NS-Zeit
- Heimvolkshochschule und Akademie
- Chronik
- Architektur und Aufbau
- Besonderheiten
- Heutiger Zustand
- Auf einen Blick
- Besichtigung
- Anreise
- Umgebung und weitere Ziele
- Lage und Karte
- Quellen
Burg Fürsteneck ist eine Höhenburg der früheren Fürstabtei Fulda in der hessischen Rhön, rund 2 Kilometer nördlich von Eiterfeld im Landkreis Fulda. Sie steht auf einer kleinen Hochebene, dem Wittfeld.1, 6 Seit 1952/53 dient die Anlage der Erwachsenenbildung. Heute nutzt sie die Akademie Burg Fürsteneck für Kurse in musisch-kultureller, beruflicher und gesellschaftspolitischer Weiterbildung. Das Außengelände ist frei zugänglich.1, 6, 7
Entstehung als Grenzburg der Fuldaer Äbte
Nach Angaben der Schlösserverwaltung gehörte die Gegend um Fürsteneck seit 845 zum Einflussgebiet des Klosters Fulda.6 Gebaut wurde die Burg nach der Chronik der Akademie vermutlich unter Fürstabt Heinrich V. von Weilnau, als Grenzbefestigung des Hochstifts. Schon 1290 nahm Abt Heinrich von Weilnau dort Berthold von Buchenau als Burgmann an.1
Beim Jahr der ersten urkundlichen Nennung weichen die Quellen ab. Die Akademie nennt 1309, die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen nennen 1330.1, 6
Pfand und Verkauf
Geldsorgen der Äbte bestimmten die folgenden zwei Jahrhunderte. 1324 wurde das Amt an Berthold von Wiesenfeld verpfändet, 1358 kamen Burg und Amt an Otto von Buchenau. 1440 verkaufte Fulda die Burg an das Kloster Hersfeld.1
1450 gingen Burg und Umland für 910 Gulden an die Familie von der Tann. Zehn Jahre später setzte der Fuldaer Abt Hans von der Tann als Amtmann ein. 1463 versuchte Graf Heinrich von Henneberg ohne Erfolg, die Burg einzunehmen. 1532 kaufte Fulda sie zurück.1
Zerstörung und Wiederaufbau unter Adalbert von Schleifras
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg an manchen Stellen bis auf die Grundmauern zerstört.1 Nach Akademie und Schlösserverwaltung erwarb Fürstabt Adalbert von Schleifras die Burg. Er ließ sie nach der Schlösserverwaltung zwischen 1708 und 1710 wiederherstellen, die Akademie nennt 1708. Sein Wappen über der Tür des Herrenhauses erinnert daran.1, 6
Amt, Domäne und NS-Zeit
Bis zur Säkularisation blieb Fürsteneck nach beiden Quellen fast durchgehend in kirchlichem Besitz. Mit der Säkularisation 1802 verlor die Burg nach der Chronik der Akademie ihre Rolle als Amtssitz, diese ging an Eiterfeld.1, 6 1818 wurde Fürsteneck als Staatsdomäne verpachtet. Als Domäne wurde sie nach Angaben der Schlösserverwaltung bis in die jüngere Zeit bewirtschaftet.1, 6
Von 1925 bis Kriegsende leitete der Domänenpächter Salzmann, später Kreisbauernführer, den Gutsbetrieb auf der Burg. Die Akademie beschreibt die Domäne unter ihm als "Schaltzentrale nationalsozialistischer Umtriebe und Übergriffe im Kreis Hünfeld".1
Heimvolkshochschule und Akademie
1952/53 wurde die heruntergekommene Burg zur Heimvolkshochschule umgebaut. Angestoßen hatten das Ministerialrätin Johanna Spangenberg, Hermann Schafft und Gustav Huhn, der spätere erste Leiter. Die Pläne lieferte der Architekt Otto Bartning, den die Akademie als Bauhaus-nahe beschreibt.1, 2 Nach der Schlösserverwaltung blieb dabei die originale Bausubstanz weitgehend gewahrt.6
Zwischen 2003 und 2007 wurde die Burg als Tagungsstätte modernisiert. Das Land Hessen, die Gebietskörperschaften der Region und der Trägerverein brachten dafür weit über 2 Millionen Euro auf. Später kamen ein Speisesaal im Wintergarten und ein Seminarraum im Dachgeschoss des Palas hinzu, der 9-Säulen-Raum.1
Chronik
1290 - 2008- 1290NutzungsänderungAbt Heinrich von Weilnau nimmt Berthold von Buchenau als Burgmann an1
- 1324NutzungsänderungDas Amt wird an Berthold von Wiesenfeld verpfändet1
- 1358NutzungsänderungBurg und Amt werden Otto von Buchenau überlassen1
- 1440BesitzwechselVerkauf an das Kloster Hersfeld1
- 1450BesitzwechselBurg und Umland gehen für 910 Gulden an die Familie von der Tann1
- 16. JahrhundertUmbauVermutlich Bau der Zwingeranlage mit Wehrgang und kleiner Bastion6
- 1532BesitzwechselFulda kauft die Burg zurück1
- 1618-1648ZerstörungIm Dreißigjährigen Krieg stellenweise bis auf die Grundmauern zerstört1
- 1708-1710WiederaufbauWiederherstellung unter Fürstabt Adalbert von Schleifras6
- 1802NutzungsänderungMit der Säkularisation verliert Fürsteneck die Funktion als Amtssitz an Eiterfeld1
- 1818NutzungsänderungFürsteneck wird als Staatsdomäne verpachtet1
- 1952-1953UmbauUmbau zur Heimvolkshochschule nach Plänen von Otto Bartning1
- 2003-2007RestaurierungModernisierung als Tagungsstätte mit weit über 2 Millionen Euro1
- ab 2008UmbauNeuer Speisesaal im Wintergarten und Seminarraum im Dachgeschoss des Palas1
Besitz und Herrschaft
- 1290Kloster Fulda1Burgherr, als solcher 1290 belegt
- 1440Kloster Hersfeld1durch Kauf
- 1450-1532Familie von der Tann1Kauf von Burg und Umland für 910 Gulden, 1532 Rückkauf durch Fulda
- 1532-1802Kloster Fulda1Rückkauf 1532, Besitz bis zur Säkularisation
In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.
Architektur und Aufbau
Zur spätmittelalterlichen Wehranlage gehört der quadratische Bergfried, der seine ursprüngliche Höhe verloren hat. Am Ende der Hauptburg steht ein dreigeschossiger Wohnbau. In den Mauern wechseln dunkler Basaltbruchstein und hellere Sandsteinquader.6 Die Ringmauer mit dem Burgtor ist nach der Akademie älter als der Wiederaufbau von 1708.1 Zwinger, Wehrgang und eine kleine Bastion kamen vermutlich im 16. Jahrhundert hinzu.6
Der Burgplan der Akademie verzeichnet unter anderem Torbau, Hallengebäude, Burgturm, Herrenhaus, Marstall und eine Burghalle, die nach Otto Bartning benannt ist.4
Besonderheiten
- Name: Die Akademie leitet "Fürsteneck" eher vom Amtssitz fürstlicher Äbte ab als von "First" für den höchsten Punkt eines Berges.1
- Amt Fürsteneck: Zum Amt gehörten nach der Chronik 1603 insgesamt 17 Orte, darunter Eiterfeld, Arzell, Reckrod und Leimbach.1
- Trägerstruktur: Getragen wird die Akademie vom Verein Hessische Heimvolkshochschule Burg Fürsteneck, der eine Partnerschaft mit dem Land Hessen seit 1952 nennt.3
Heutiger Zustand
Die Burg wird heute als Bildungs- und Tagungshaus genutzt. Gästezimmer liegen im Hallengebäude, im Burgturm und im Herrenhaus, dazu kommen mehrere Seminarräume und Werkstätten.4 Der Trägerverein bietet dort Jugend- und Erwachsenenbildung an.3
Besuch auf einen Blick
Stand 10/2026- Besichtigung
- nur von außen7
- Öffnungszeiten
- Außenanlage frei zugänglich (Stand 10/2026)7
- Parken
- Großer Gästeparkplatz neben der Straße hinter dem großen Steinkreuz; zum Ein- und Ausladen kurz in den Burghof (Stand 10/2026)5
- Bus und Bahn
- Bahnhöfe Hünfeld oder Bad Hersfeld, weiter mit dem Bus nach Eiterfeld Schule oder Eiterfeld Fürsteneck
Montag bis Freitag Rufbus Linie 78 von Eiterfeld-Schule nach Eiterfeld-Fürsteneck, etwa 60 Minuten vor Fahrtantritt bestellen (Stand 10/2026)5
Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.
Besichtigung
Nach den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen ist die Außenanlage frei zugänglich. Öffnungszeiten für Innenräume, Eintritt oder Führungen nennt die Schlösserverwaltung nicht.7
Anreise
Die Burg ist ab der Ortsmitte von Eiterfeld ausgeschildert. Aus Richtung Eisenach führt die Anfahrt über die A 4 (Abfahrt Friedewald), aus Richtung Würzburg über die A 7 (Abfahrt Fulda-Nord). Aus Kassel und Frankfurt geht es über die Abfahrt Bad Hersfeld. Geparkt wird auf dem großen Gästeparkplatz an der Straße.5
Wer aus Richtung Bad Hersfeld kommt, muss nach Angaben der Akademie mit einer Vollsperrung der L 3170 (Marktstraße) in Eiterfeld rechnen, voraussichtlich bis Oktober 2026. Die Umleitung führt ab Arzell über die L 3380 (Stand 10/2026).5
Nächste Bahnhöfe sind Hünfeld und Bad Hersfeld, von dort fahren Busse nach Eiterfeld. Montags bis freitags kann ab der Haltestelle Eiterfeld-Schule ein Rufbus der Linie 78 bis Eiterfeld-Fürsteneck bestellt werden, etwa 60 Minuten vorher.5
Umgebung und weitere Ziele
Rund 39 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Schloss Altenstein, etwa 41 Kilometer sind es zur Wartburg. Die Burg Creuzburg liegt rund 43 Kilometer Luftlinie entfernt.
Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Landkreis Fulda, das ganze Land die Seite Hessen.
Lage und Karte
50.7764° N · 9.8081° EBeim Anzeigen werden Kartendaten von OpenStreetMap geladen und dabei deine IP-Adresse übertragen.
Quellen
Stand 10/2026Quellen der Redaktion
- GeschichteAkademie Burg Fürsteneck, abgerufen am 11.10.2026
- Über die AkademieAkademie Burg Fürsteneck, abgerufen am 11.10.2026
- TrägervereinAkademie Burg Fürsteneck, abgerufen am 11.10.2026
- BurgplanAkademie Burg Fürsteneck, abgerufen am 11.10.2026
- AnreiseAkademie Burg Fürsteneck, abgerufen am 11.10.2026
- Burg FürsteneckStaatliche Schlösser und Gärten Hessen, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Fürsteneck, BesucherinformationStaatliche Schlösser und Gärten Hessen, abgerufen am 11.10.2026
- Burg Fürsteneck (Kartenobjekt relation/21188686)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026
Weitere Informationen: Wikipedia · Wikidata · Weitere Bilder auf Commons
Bildnachweis Titelbild: Foto: Marius.auth · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
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Bildnachweise
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- Schloss Wilhelmshöhe: Foto: Tsungam · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Marburger Schloss: Foto: Thomas Scheidt · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Burg Ronneburg: Foto: Jörg Braukmann · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons