Burgenführer
Burg · Reichenbach im Vogtland, Ortsteil Mylau · Sachsen

Burg Mylau

Mittelalterliche Burg in Mylau im Vogtland, ab 1896 Rathaus, heute Sitz des Museums Burg Mylau.

50.6183° N · 12.2655° E
Burg Mylau
Burg MylauFoto: Reinhold Möller · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Sommer (April-Oktober): Di-Do, Sa und So 11-17 Uhr, letzter Einlass 16.30 UhrMontag und Freitag geschlossenOstermontag und Pfingstmontag geöffnet, Himmelfahrt und Reformationstag (31. Oktober) geschlossenEintritt: Erwachsene 12 €Besuch planen ↓

Steckbrief

Geprüfte Angaben · Stand 10/2026 · Quellen
Typ
Burg1, 3, 7vollständig erhalten
Erste Erwähnung
12121
Gründung
2. Hälfte 12. Jahrhundert7
Ort
Reichenbach im Vogtland, Ortsteil Mylau6
Bundesland
Sachsen
Betreiber
futurum vogtland e. V. (Museum Burg Mylau)2, 6
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich4
Öffnungszeiten
Sommer (April-Oktober): Di-Do, Sa und So 11-17 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr4Alle Angaben
Eintritt
Erwachsene 12 €5Alle Angaben
Inhalt 17 Abschnitte
  1. Überblick
  2. Entstehung und erste Herren
  3. Reußen und Wettiner
  4. Adelige und bürgerliche Bewohner
  5. Spinnerei und Druckerei
  6. Rathaus im Stil des Historismus
  7. Vom Naturkundeverein zum Museum
  8. Sanierung seit 2010
  9. Chronik
  10. Architektur und Aufbau
  11. Besonderheiten
  12. Auf einen Blick
  13. Besichtigung
  14. Anreise
  15. Umgebung und weitere Ziele
  16. Lage und Karte
  17. Quellen
Lesezeit etwa 4 MinutenStand: Oktober 20268 Quellen

Die Burg Mylau ist eine mittelalterliche Burg im Vogtland, gelegen in Mylau im Vogtlandkreis. Ihr heutiger Träger nennt sie die größte Burganlage des sächsischen Vogtlandes und zugleich die einzige dort, die fast vollständig erhalten ist. Aus dem Mittelalter stammen der 27 Meter hohe Bergfried und zwei viereckige Türme. In der Burg zeigt heute das Museum Burg Mylau eine Dauerausstellung und wechselnde Sonderausstellungen.1, 3

Geschichte

Entstehung und erste Herren

Nach dem Datenblatt von burgenwelt.org, das sich auf Burgenliteratur von Gerhard Billig, Heinz Müller und Michael Rudolf stützt, entstand die Burg Ende des 12. Jahrhunderts. Schon damals hatte sie drei Türme, einen runden und zwei viereckige.7

Mit einer Urkunde von 1212, die Mylau nennt, beginnt nach Angaben des Museums die belegbare Geschichte des Ortes.1 Das Datenblatt beschreibt für dieses Jahr einen Herrschaftsbereich "provincia milin", dessen Mittelpunkt die Burg war. 1213 werden die Reichsministerialen von Mylau zum ersten Mal in einer Urkunde genannt.7

Gebaut als Wehrburg, war die Anlage während des mittelalterlichen Landesausbaus das Verwaltungszentrum der Gegend.1 In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde sie erweitert und in Vorburg und Hauptburg geteilt.7

Reußen und Wettiner

Im 14. Jahrhundert verloren die Herren von Mylau ihre Stammburg. Ludwig der Bayer gab sie 1323 Heinrich II. Reuß von Plauen zu Lehen.7 1367 besuchte Kaiser Karl IV. die Burg. Der Siedlung unterhalb der Burg verlieh er das Stadtrecht.1 Sigismund verpfändete die Burg 1422 an die Wettiner.7

Adelige und bürgerliche Bewohner

Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wohnte die Adelsfamilie von Metzsch auf der Burg. Zu ihr gehörte Joseph Lewin von Metzsch, den das Museum als Freund Martin Luthers und Wegbereiter der Reformation in Sachsen vorstellt. Auch die Familien von Schönberg, von Bose und von Planitz lebten hier.1

Danach gehörte die Burg Bürgerlichen, darunter dem Kaufmann Christian Friedrich Petzold und Gottfried Golle. Mit Golle endete gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Nutzung als Wohnsitz.1 Für diese Zeit verzeichnet das Datenblatt den Verfall der Anlage.7

Spinnerei und Druckerei

Im 19. Jahrhundert zogen Betriebe der Textilindustrie in die Burg. Von 1808 bis 1828 arbeitete dort die Baumwollspinnerei des Mylauer Unternehmers Christian Gotthelf Brückner. Zwischen 1868 und 1894 nutzte die Kattun- und Wolldruckerei Baust die Räume.1

Rathaus im Stil des Historismus

1892 kam die Burg in die Verwaltung der Stadt. Im gleichen Jahr entstand der Schlossbauverein, der sich um den Erhalt des Gebäudes bemühte.1 Von 1892 bis 1908 wurden Außenbau und Innenräume umfassend saniert und historistisch neu gestaltet. Dabei richtete man Museumsräume, eine Schlossschenke und den Ratssaal ein. Ab 1896 diente die Burg der Stadtverwaltung als Rathaus.1 Nach dem Datenblatt wurde dafür der Palas umgebaut.7

Vom Naturkundeverein zum Museum

Das Museum hat seinen Ursprung in einem Naturkundeverein, den es seit 1876 gab. 1893 zog der Verein mit seiner Ausstellung in die Burg. Aus ihm ging später ein Heimatmuseum mit breitem Sammelgebiet hervor.2

1956 wurde es mit dem Museum Reichenbach zum Kreismuseum Reichenbach vereinigt und dem Landkreis unterstellt. Nach einer späteren Neuordnung der Landkreise wurden Burg und Museum der Stadt Mylau zugeordnet.2

Sanierung seit 2010

Seit 2010 ist der Verein futurum vogtland für die Burganlage verantwortlich, das Museum trägt er nach dessen Angaben seit August 2010.1, 2 2013/14 wurde die Obere Burg für das Museum saniert, 2014 folgte eine neue Dauerausstellung. 2021 baute der Verein die Begegnungsstätte aus, außerdem wurde die Burgmauer in Teilen saniert.1, 2

Chronik

12. Jh. - 2021
  1. 2. Hälfte 12. JahrhundertGründungEntstehung der Burg mit einem runden und zwei viereckigen Türmen7
  2. 1212ErsterwähnungUrkundliche Erwähnung Mylaus, Beginn der belegbaren Geschichte1
  3. 2. Hälfte 13. JahrhundertUmbauAusbau der Burg und Teilung in Vorburg und Hauptburg7
  4. 1323BesitzwechselLudwig der Bayer belehnt Heinrich II. Reuß von Plauen mit der Burg7
  5. 1367NutzungsänderungKaiser Karl IV. besucht die Burg und verleiht der Siedlung das Stadtrecht1
  6. 1422BesitzwechselSigismund verpfändet die Burg an die Wettiner7
  7. um 1450NutzungsänderungAb Mitte des 15. Jahrhunderts wohnt die Familie von Metzsch auf der Burg1
  8. 2. Hälfte 18. JahrhundertNutzungsänderungEnde der Nutzung als Wohnsitz unter Gottfried Golle1
  9. 1808-1828NutzungsänderungBaumwollspinnerei von Christian Gotthelf Brückner in der Burg1
  10. 1868-1894NutzungsänderungKattun- und Wolldruckerei Baust in der Burg1
  11. 1892NutzungsänderungDie Burg kommt in städtische Verwaltung, Gründung des Schlossbauvereins1
  12. 1892-1908RestaurierungSanierung und historistische Umgestaltung mit Museumsräumen, Schlossschenke und Ratssaal1
  13. 1893NutzungsänderungDer Naturkundeverein zieht mit seiner Ausstellung in die Burg2
  14. 1896NutzungsänderungDie Stadtverwaltung nutzt die Burg als Rathaus1
  15. 1956NutzungsänderungVereinigung mit dem Museum Reichenbach zum Kreismuseum Reichenbach2
  16. 2010NutzungsänderungDer Verein futurum vogtland übernimmt die Verantwortung für die Burganlage1
  17. 2010NutzungsänderungDer Verein futurum vogtland übernimmt die Trägerschaft des Museums2
  18. 2013-2014RestaurierungSanierung der Oberen Burg für das Museum1
  19. 2014NutzungsänderungErneuerung der Dauerausstellung2
  20. 2021UmbauAusbau der Begegnungsstätte1

Besitz und Herrschaft

  • 1213Reichsministerialen von Mylau7Herren der Burg, im 14. Jahrhundert Verlust ihrer Stammburg
  • 1323Heinrich II. Reuß von Plauen7Lehen durch Ludwig den Bayern
  • 1422Wettiner7Pfandbesitz durch Sigismund

In der Chronik stehen nur Daten, die in den genannten Quellen belegt sind und denen keine andere Quelle widerspricht.

Die Burg heute

Architektur und Aufbau

Die Anlage besteht nach dem Datenblatt aus Vorburg und Hauptburg, die seit dem Ausbau im 13. Jahrhundert getrennt sind. Es nennt einen Rundturm und zwei Vierecktürme als ursprüngliche Türme.7 Der Bergfried ist nach Angaben des Museums 27 Meter hoch.1

Besonderheiten

  • Alte Sammlung: Nach eigener Einschätzung besitzt das Museum einige der frühesten Sammlungen der Region. Seit dem Zusammenschluss von 1956 verfügt es nach seinen Angaben über den zweitgrößten Museumsbestand im sächsischen Vogtland.2
  • Weitere Sammlungen: Neben der Naturkunde gehören eine ethnologische Sammlung, historische Stoffmusterbücher und ein Archiv zum Haus.3
  • Joseph Lewin von Metzsch: Der Burgbewohner aus der Familie von Metzsch gilt dem Museum als Wegbereiter der Reformation in Sachsen.1
Besuch

Besuch auf einen Blick

Stand 10/2026
Besichtigung
Innenbesichtigung möglich4
Öffnungszeiten
Sommer (April-Oktober): Di-Do, Sa und So 11-17 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr
Montag und Freitag geschlossen
Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet, Himmelfahrt und Reformationstag (31. Oktober) geschlossen
Geschlossen am 1. Septemberwochenende (Mittelalterliches Burgfest) und am Wochenende des 2. Advent (Burgweihnacht)4
Eintritt
Erwachsene 12 €
Ermäßigt (mit Nachweis) 9 €
Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre frei5
Führungen
Führungen 5 € pro Person zuzüglich Führungsgebühr pro Gruppe: 40 € innerhalb, 80 € außerhalb der Öffnungszeiten.4, 5
Parken
Direkt an der Burg und vor dem Burgtor keine Parkplätze. Parken am Fuß der Burg: Markt, an der Kirche, Burgstraße, Friedenshain. Zwei Behindertenparkplätze links vor dem Burgtor.4
Bus und Bahn
Bahnhof Reichenbach (Oberer Bahnhof), Bushaltestellen direkt vor dem Bahnhofsgebäude.4
Barrierefreiheit
teilweise: Museum nicht vollständig barrierefrei, ein Teil mit Treppenraupe erreichbar. Rollstuhlgerechte Toiletten auf der Burg, nicht im Museum. Für Hilfe, Treppenraupe sowie bei Seh- oder Hörbehinderung vorher anmelden.4, 5

Angaben der Betreiber ohne Gewähr. Verbindlich ist die Seite des Betreibers.

Besichtigung

Das Museum ist dienstags bis donnerstags sowie samstags und sonntags geöffnet, montags und freitags bleibt es geschlossen. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt. Führungen kosten einen Betrag pro Person und eine Gebühr je Gruppe.4, 5

Das Museum ist nicht vollständig barrierefrei. Ein Teil lässt sich mit einer Treppenraupe erreichen, für sie und für andere Hilfe bittet das Museum um Anmeldung. Rollstuhlgerechte Toiletten gibt es auf der Burg, nicht im Museum.4

Anreise

Der nächste Bahnhof ist der Obere Bahnhof in Reichenbach, vor dem Bahnhofsgebäude liegen Bushaltestellen. Direkt an der Burg und vor dem Burgtor gibt es keine Parkplätze. Geparkt wird am Fuß der Burg, etwa am Markt, an der Kirche, in der Burgstraße oder am Friedenshain.4

Umgebung

Umgebung und weitere Ziele

Rund 23 Kilometer Luftlinie von Mylau entfernt liegt die Osterburg in Weida, etwa 27 Kilometer sind es zur Burg Posterstein.

Weitere Anlagen im Kreis zeigt die Übersicht Burgen und Schlösser im Vogtlandkreis, das ganze Land die Seite Sachsen.

Lage und Karte

50.6183° N · 12.2655° E

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Quellen

Stand 10/2026

Quellen der Redaktion

  1. Geschichte der Burgfuturum vogtland e. V., Museum Burg Mylau, abgerufen am 11.10.2026
  2. Geschichte des Museumsfuturum vogtland e. V., Museum Burg Mylau, abgerufen am 11.10.2026
  3. Museumfuturum vogtland e. V., Museum Burg Mylau, abgerufen am 11.10.2026
  4. Öffnungszeiten und Anfahrtfuturum vogtland e. V., Museum Burg Mylau, abgerufen am 11.10.2026
  5. Preisefuturum vogtland e. V., Museum Burg Mylau, abgerufen am 11.10.2026
  6. Impressumfuturum vogtland e. V., abgerufen am 11.10.2026
  7. Burg Mylau (Datenblatt nach G. Billig/H. Müller 1998 und M. Rudolf 1998, aktualisiert 09.04.2014)burgenwelt.org, abgerufen am 11.10.2026
  8. Burg Mylau (historic=castle) (Kartenobjekt relation/1749611)OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL 1.0, abgerufen am 11.10.2026

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Bildnachweis Titelbild: Foto: Reinhold Möller · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons